Ärz­te­ver­bands­funk­tio­när auf Abwe­gen

11. Januar 2013
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. Arns­berg. Mesche­de. Schmal­len­berg. Im Febru­ar 2011 wur­de das neue Sys­tem für den haus­ärzt­li­chen Not­dienst ein­ge­führt. Seit­dem gibt es abends, mitt­woch und frei­tags nach­mit­tags sowie an den Wochen­en­den zen­tra­le Not­dienstam­bu­lan­zen, die reih­um von den nie­der­ge­las­se­nen Ärz­ten besetzt wer­den. Im HSK sind 3 Not­fall­am­bu­lan­zen zu allen Not­dienst­zei­ten geöff­net: in Bri­lon, Bad Fre­de­burg und Arns­berg. Außer­dem bestehen in Mars­berg, Win­ter­berg und Sun­dern sog. Kom­ple­men­tär­am­bu­lan­zen, die nur an Wochen­en­den und Fei­er­ta­gen geöff­net sind. Eine sol­che Kom­ple­men­tär­pra­xis gibt es auch im benach­bar­ten War­stein.

 

Immer wie­der wur­de aus Mesche­de und Umge­bung gefor­dert, eine Not­fall­pra­xis in Mesche­de ein­zu­rich­ten. Doch trotz der zen­tra­len Lage und der guten Erreich­bar­keit haben das die Funk­tio­nä­re der zustän­di­gen Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung bis­her abge­lehnt. Die Pati­en­ten aus dem Raum Mesche­de muß­ten bis­her nach Fre­de­burg, War­stein, Arns­berg oder Bri­lon fah­ren.

 

Neu ent­facht wur­de die Dis­kus­si­on jetzt durch die Insol­venz des Kran­ken­hau­ses in Fre­de­burg. In des­sen Gebäu­de befand sich auch die Pra­xis für den haus­ärzt­li­chen Not­dienst. Kurz­fris­tig wur­de der Not­dienst in die Räu­me eines nie­der­ge­las­se­nen Arz­tes ver­legt, die Infor­ma­ti­on der Ärz­te und der Öffent­lich­keit durch die Ver­bands­funk­tio­nä­re erfolg­te erst einen Tag vor der Ver­le­gung. Im Zusam­men­hang mit der Schlie­ßung des Kran­ken­hau­ses in Fre­de­burg hät­te es jedoch nahe gele­gen, neu über eine Not­fall­pra­xis in Mesche­de nach­zu­den­ken.

 

Für viel Unmut sorg­te dann am 28.12.2012 der Bezirks­stel­len­lei­ter der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung, ein nie­der­ge­las­se­ner Arzt aus Arns­berg-Hüs­ten. Er ver­kün­de­te in der Lokal­pres­se: “Auch aus der Ärz­te­schaft wird nicht der Wunsch vor­ge­tra­gen oder die Not­wen­dig­keit signa­li­siert, in Mesche­de noch eine Not­fall­dienst­pra­xis ein­zu­rich­ten.”

 

Damit war der Vor­sit­zen­de des Mesche­der Ärz­te­ver­eins über­haupt nicht ein­ver­stan­den. Er wies in einem Pres­se­ar­ti­kel vom 03.01.2013 dar­auf hin, dass zwar die Not­dienst-Ver­sor­gung in Raum Arnsberg/Sundern – dort hat der Bezirks­stel­len­lei­ter sei­nen Sitz – beson­ders gut sei, aber nicht im Raum Mesche­de. In Mesche­de bestün­de “die Mög­lich­keit, eine Bereit­schafts­dienst-Ambu­lanz am Kran­ken­haus ein­zu­rich­ten.” Mesche­de sei zudem anders als Schmal­len­berg gut mit öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln zu errei­chen. Der Arzt aus Best­wig warf dem KVWL-Ver­tre­ter außer­dem vor, anläss­lich der Schlie­ßung des Bad Fre­de­bur­ger Kran­ken­hau­ses “eine recht­zei­ti­ge Umori­en­tie­rung ver­schla­fen zu haben”.

 

Meh­re­re ande­re Ärz­te aus dem Raum Mesche­de mach­ten seit­dem in Leser­brie­fen deut­lich, dass sie hin­ter dem Vor­sit­zen­den ihres Ärz­te­ver­eins ste­hen und sich von dem KVWL-Funk­tio­när nicht mehr ver­tre­ten füh­len.

 

Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)