Ant­wort des HSK zu den Bedin­gun­gen bei der Über­nah­me von Krankentransporten

9. August 2013
von Redaktion

Ant­wort des HSK zu den Bedin­gun­gen bei der Über­nah­me von Krankentransporten

Hoch­sauer­land­kreis. In der Ant­wort des Land­rats vom 12.07.2013 auf die Anfra­ge von Kreis­tags­mit­glied Bea­te Raberg vom 28.06.2013 bzgl. eines abge­lehn­ten Kran­ken­trans­ports heißt es u.a.:

Die/​Der behan­deln­de Ärztin/​Arzt stellt der/​dem Pati­en­ten bei gege­be­ner medi­zi­ni­scher Notwen¬digkeit einen Trans­port­schein aus. Damit kön­nen die Kos­ten bei der Kran­ken­ver­si­che­rung gel­tend gemacht wer­den bzw. wer­den unmit­tel­bar von den Kran­ken­kas­sen übernommen.
Im Übri­gen bedarf auch der Trans­port durch den Ret­tungs­dienst einer ärzt­li­chen Notwendigkeits¬bescheinigung, ande­ren­falls wer­den die Kos­ten nicht von den gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen über­nom­men.

Nach dem Kennt­nis­stand der Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL/FW) stellt sich die Lage aber völ­lig anders dar:
Ver­letz­te und Kran­ke haben nur Anspruch auf einen Trans­port­schein zu einer sta­tio­nä­ren Behand­lung, jedoch nicht auf einen Trans­port­schein zu einer ambu­lan­ten Behand­lung in einer Not­fall­pra­xis oder in der Pra­xis eines nie­der­ge­las­se­nen Arztes.
Aus­nah­men gel­ten bei ambu­lan­ten Behand­lun­gen, falls eine der im Fol­gen­den genann­ten Vor­aus­set­zun­gen erfüllt ist
o aner­kann­te Pfle­ge­stu­fe 2,
o Ein­trag „aG“ vom Versorgungsamt,
o Beför­de­rung zur Che­mo- oder Strahlentherapie.
Außer­dem müs­sen Pati­en­ten i.d.R. für den Trans­port eine Zuzah­lung leis­ten, wenn sie kei­ne Befrei­ungs­kar­te vor­wei­sen können.

Dar­aus erge­ben sich fol­gen­de Fra­gen, mit denen sich SBL-Kreis­tags­mit­glied Rein­hard Loos am 23.07.2013 schrift­lich an den Land­rat wandte:
1. Kön­nen Sie unse­re Infor­ma­tio­nen bestätigen?
2. Wel­che Aus­wir­kun­gen erge­ben sich dar­aus für Ihre Ant­wort auf die Anfra­ge von Frau Raberg?

Die Kreis­ver­wal­tung schick­te mit Datum vom 31.07.2013 ein Ant­wort­schrei­ben mit fol­gen­dem (nicht son­der­lich erhel­len­den) Wortlaut.

Zu 1.:
Die Bedin­gun­gen für die Über­nah­me der Kran­ken­trans­port­kos­ten durch Kran­ken­kas­sen erge­ben sich aus § 60 SGB V. Dar­in sind unter ande­rem die in Ihrer Anfra­ge ent­hal­te­nen Vor­aus­set­zun­gen für eine Über­nah­me der Kran­ken­trans­port­kos­ten zu ambu­lan­ten Kran­ken­haus­be­hand­lun­gen sowie eine ggf. in Ver­bin­dung mit § 61 Satz 1 SGGB V ein­tre­ten­de Zuzah­lungs­pflicht gere­gelt.

Zu 2.:
Die Beant­wor­tung der Anfra­ge von Frau Raberg bezog sich auf die grund­sätz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Über­nah­me von Beför­de­rungs­kos­ten bei Inan­spruch­nah­me des Ret­tungs­diens­tes. Dif­fe­ren­zier­te Aus­künf­te, die auf die ver­schie­de­nen Aus­nah­me­tat­be­stän­de, die Arten der Beför­de­rungs­mit­tel oder die Finan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten nicht indi­zier­ter Fahr­ten ein­ge­hen, sind wegen der denk­ba­ren unter­schied­li­chen Fall­kon­stel­la­tio­nen nicht mög­lich, son­dern bedürf­ten der Vor­ga­be eines kon­kre­ten Ein­zel­falls.

Anmer­kung: Die erwähn­te Anfra­ge von Frau Raberg bezog sich auf einen kon­kre­ten Ein­zel­fall und zwar um einen für die betref­fen­de Pati­en­tin höchst unan­ge­neh­men Fall eines trotz Not­rufs abge­lehn­ten Kran­ken­trans­ports. Aus dem letz­ten Satz des Schrei­bens der Kreis­ver­wal­tung vom 12.07.2013 geht übri­gens her­vor, dass im Fal­le einer Ableh­nung eines pro­fes­sio­nel­len Kran­ken­trans­ports bei einer per Fern­dia­gno­se nicht rich­tig erkann­ten Ver­let­zung mit schwe­rer Fol­ge, die durch unter­las­se­ne Hil­fe­leis­tung ent­stan­den ist, die Mög­lich­keit besteht, Scha­dens­er­satz­an­sprü­che gegen den Hoch­sauer­land­kreis gel­tend zu machen.

Quel­le: Sauer­län­der Bürgerliste