Abschie­bung nach 21 Jah­ren Auf­ent­halt in Bri­lon soll 32-jäh­ri­ge Ehe aus­ein­an­der rei­ßen

9. Oktober 2013
von Redaktion

Abschie­bung nach 21 Jah­ren Auf­ent­halt in Bri­lon soll 32-jäh­ri­ge Ehe aus­ein­an­der rei­ßen

Hoch­sauer­land­kreis. Bri­lon. *Wenn die mich abschie­ben, bin ich inner­halb von 2 Mona­ten tot“, sagt Naz­mi Her­ceg vol­ler Ver­zweif­lung. Dem 49-jäh­ri­gen aus dem Koso­vo stam­men­den Roma und sei­ner 47-jäh­ri­gen Ehe­frau droht nach 21 Jah­ren Dul­dung in Deutsch­land die Abschie­bung in den Koso­vo und nach Maze­do­ni­en.

 

Die Gewiss­heit, dass die Abschie­bung die 32-jäh­ri­ge Ehe zer­stö­ren wür­de, raubt Herrn Her­ceg jeg­li­chen Lebens­mut. Sei­ne Frau lei­det an psy­chi­schen Erkran­kun­gen, Dia­be­tes und hat bereits zwei Sui­zid­ver­su­che hin­ter sich. Eine Abschie­bung könn­te sie in ihrem labi­len psy­chi­schen Zustand das Leben kos­ten.

 

Herr Her­ceg arbei­te­te vie­le Jah­re, bei­de sind Steu­er­zah­ler und leben trotz ihrer schwa­chen Gesund­heit unab­hän­gig vom Staat. Mit Schock in den Augen berich­tet er über die Abschie­bung sei­nes Soh­nes Adil vor einem

Jahr: *In der Nacht stürm­ten ver­mumm­te Poli­zis­ten in die Woh­nung mei­nes Soh­nes, der hier in Deutsch­land eine Frau und ein Kind hat, und scho­ben ihn ab“. Damals berich­te­te der WDR über die inzwi­schen als rechts­wid­rig aner­kann­te Abschie­bung der Aus­län­der­be­hör­de des Hoch­sauer­land­krei­ses. Auch die­ses Mal lei­te­te jene Aus­län­der­be­hör­de den Abschie­be­pro­zess ein. Nun liegt der Fall beim Peti­ti­ons­aus­schuss des Düs­sel­dor­fer Land­ta­ges.

 

Die Her­cegs leben seit 21 Jah­ren ohne gesi­cher­ten Auf­ent­halts­sta­tus in Bri­lon und haben sich den­noch in ihr sozia­les Umfeld inte­griert. Auf Anfra­ge bestä­tigt Herr Her­cegs Arbeit­ge­be­rin, dass sie mit sei­nen Arbeits­leis­tun­gen *über­aus zufrie­den“ ist. Seit 2012 ist er sogar unbe­fris­tet ange­stellt. Auch Frau Her­ceg arbei­tet trotz Krank­hei­ten in Teil­zeit.

Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)