4 Mona­te Amts­zeit des Land­rats wür­den min­des­tens 150.000 Euro zusätz­lich kosten

1. Juli 2013
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. Wann wird der Land­rat gewählt? – Eine Ant­wort auf eine Anfra­ge der SBL

Bun­des­tags­wahl, Land­tags­wah­len, Kom­mu­nal­wah­len, kaum ein Jahr ohne Urnengang.
Im Hoch­sauer­land­kreis wer­den die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger im nächs­ten Jahr gleich mehr­mals auf­ge­for­dert zu wäh­len. Der 25. Mai 2014 ist der Ter­min für Wahl des Kreis­tags und der Stadt­rä­te und am 28. Sep­tem­ber 2014 wird ver­mut­lich der Land­rat gewählt. Ein Jahr spä­ter, am 21. Okto­ber 2015, ste­hen dann die Wah­len von fast allen Bür­ger­meis­tern an.

Kreis­tag und Land­rat könn­ten jedoch Ende Mai 2014 zusam­men gewählt wer­den, wenn der Land­rat bis zum 30. Novem­ber 2013 erklä­ren wür­de, dass sei­ne der­zeit lau­fen­de Amts­zeit vor­zei­tig zu Ende gehen soll. Da jede Wahl, auch die des Land­rats, mit gro­ßen Kos­ten und Auf­wand ver­bun­den ist, stell­te SBL-Kreis­tags­mit­glied Rein­hard Loos eine schrift­li­che Anfra­ge bezüg­lich sei­ner Pla­nun­gen hin­sicht­lich sei­ner Amts­zeit und der geschätz­ten Kos­ten einer sepa­ra­ten Land­trats­wahl. Land­rat Dr. Schnei­der ant­wor­te­te mit Schrei­ben vom 17. Juni 2013. Hier der Wortlaut:

Sehr geehr­ter Herr Loos,

auch wir lesen Geset­ze und Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen! Mir sind also die vom Gesetz­ge­ber mit dem Gesetz zur Stär­kung der kom­mu­na­len Demo­kra­tie vom 9. April 2013 getrof­fe­nen Rege­lun­gen bekannt. Inso­fern kön­nen Sie es sich künf­tig erspa­ren, Geset­zes­tex­te zu zitieren.
Bei mei­ner Wahl am 18. Sep­tem­ber 2005 konn­te ich davon aus­ge­hen, dass mei­ne Amts­zeit mit Ablauf des 20. Okto­ber 2014 endet. Die dama­li­gen gesetz­li­chen Wahl­vor­aus­set­zun­gen hat der Gesetz­ge­ber wie schon in Art. 11 § 3 des Geset­zes über die Zusam­men­le­gung der all­ge­mei­nen Kom­mu­nal­wah­len mit den Euro­pa­wah­len (KVVahlZG) vom 24. Juni 2008 (GV. NRW. S. 514) respek­tiert und bei der Aus­rich­tung der mit dem Gesetz zur Stär­kung der kom­mu­na­len Demo­kra­tie ange­streb­ten Zie­le berück­sich­tigt. Ergän­zend ist dies­mal der Wahl­tag für den mit mir betrof­fe­nen Per­so­nen­kreis auf den 28. Sep­tem­ber 2014 fest­ge­legt wor­den (Art. 5 § 1 Abs. 2 des zitier­ten Gesetzes).

In der Rei­hen­fol­ge Ihrer Fra­gen nach­ste­hend mei­ne Antworten:

Die loka­le Pres­se hat Ihr Bezugs­schrei­ben für eine Nach­fra­ge zum Anlass genom­men. Zur Ver­mei­dung von Wie­der­ho­lun­gen ver­wei­se ich auf den bei­gefüg­ten Aus­zug aus der West­fa­len­post vom 13. Juni 2013. Rich­tig gestellt wer­den muss gleich­wohl, dass die „regu­lä­re Wahl” am 28. Sep­tem­ber 2014 stattfindet. 

Die iso­lier­te Wahl des Land­rats (getrennt von der Wahl des Kreis­tags) am 18. Sep­tem­ber 2005 hat zu Kos­ten in Höhe von 94.175,66 E geführt. Hier­bei konn­ten die Wahl­kos­ten durch die Durch­füh­rung mit der Bun­des­tags­wahl um 57.739,98 E redu­ziert wer­den, da die Kos­ten für den Ver­sand der Wahl­be­nach­rich­ti­gun­gen sowie der Brief­wahl­un­ter­la­gen und die Erfri­schungs­gel­der für die Mit­glie­der der Wahl­vor­stän­de jeweils zur Hälf­te bei den durch­ge­führ­ten Wah­len zu berück­sich­ti­gen waren. Für die Wahl des Land­rats am 18. Sep­tem­ber 2014 kann daher mit Wahl­kos­ten in Höhe von rd. 150.000 gerech­net wer­den. Natür­lich ohne Berück­sich­ti­gung von Per­so­nal­kos­ten und die Kos­ten einer mög­li­chen Stich­wahl.

Die West­fa­len­post berich­te­te am 13. Juni 2013, Dr. Schnei­der hät­te gegen­über der Pres­se aus­drück­lich fest­ge­stellt, dass er auf jeden Fall wie­der für das Amt kan­di­die­re. Aller­dings stün­de noch nicht fest, ob er sich vor­zei­tig im Mai oder erst regu­lär im Okto­ber 2014 zu Wahl stel­len wer­de. Die­se Ent­schei­dung hin­ge von der aktu­ell dis­ku­tier­ten Geset­zes­nach­bes­se­rung der Lan­des­re­gie­rung in Düs­sel­dorf ab.

Fest steht bis­her also nur, dass die Land­rats­wahl, sofern sie nicht zusam­men mit der Kreis­tags­wahl im Mai statt­fin­det, dem Hoch­sauer­land­kreis zusätz­li­che, nicht uner­heb­li­che Kos­ten verursacht.

Noch eine Anmer­kung zu den ein­lei­ten­den Sät­zen in der Ant­wort des Land­rats: Es über­rascht nicht, dass Land­rat und Kreis­ver­wal­tung die Geset­zes­tex­te bekannt sind. Die Anfra­gen gehen jedoch immer auch an alle Kreis­tags­mit­glie­der und an die Pres­se; von denen kann nie­mand so exak­te Kennt­nis aller gesetz­li­chen Rege­lun­gen erwar­ten! Auch die Ver­wal­tung soll­te Wert dar­auf legen, dass Anfra­gen, Ant­wor­ten und ande­re Mit­tei­lun­gen leicht ver­ständ­lich sind…

Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)