Hache­ner pfle­gen Stol­per­stei­ne zum Geden­ken an jüdi­sche Familie

14. November 2020
von Redaktion

An Fami­lie Grü­ne­berg erin­nern­de Stol­per­stei­ne wie­der aufpoliert

Hach­en. Im Som­mer 2014 wur­den zur Erin­ne­rung und zum Geden­ken an die Fami­lie Grü­ne­berg sie­ben Stol­per­stei­ne vor dem Haus an der Hachener
Stra­ße 61 verlegt.
Bereits 1715 leb­te eine jüdi­sche Fami­lie Grü­ne­berg in Hach­en. So wur­de zum Bei­spiel das aner­kann­te Gemein­de­mit­glied Moses Grü­ne­berg 1908 in den Gemein­de­rat von Hach­en gewählt. Doch spä­tes­tens im Novem­ber 1938 war es auch in Hach­en end­gül­tig mit dem fried­li­chen Zusam­men­le­ben vor­bei. Die SA zog auf, sang juden­feind­li­che Lie­der und demo­lier­te Woh­nung und Geschäft der Fami­lie Grü­ne­berg. Seit die­sem Zeit­punkt blieb die Metz­ge­rei der Fami­lie geschlos­sen. Die Aus­wan­de­rung bzw. Flucht nach Ame­ri­ka und Eng­land war für eini­ge Fami­li­en­mit­glie­der die Ret­tung. Alle in Deutsch­land ver­blie­be­nen Mit­glie­der der Fami­lie Grü­ne­berg wur­den in die Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger der Nazis ver­schleppt und dort ermordet.
Jetzt tra­fen sich Mit­glie­der vom Ver­ein Burg­dorf und dem Bünd­nis Viel­falt und Tole­ranz um die ver­wit­ter­ten Gedenk­stei­ne zu rei­ni­gen und zu polie­ren. Nun erin­nern die frisch polier­ten Stol­per­stei­ne dar­an, dass es auch in länd­lich struk­tu­rier­ten Orten wie Hach­en, schnell mög­lich war, dass deut­sche Mit­be­woh­ner, nur auf­grund ihrer Zuge­hö­rig­keit zur jüdi­schen Reli­gi­on radi­kal ver­folgt und ver­nich­tet wurden.