Neue Nut­zung für das ehe­ma­li­ge Segel­flug­platz­ge­län­de im „Alten Feld“

30. September 2021
von Redaktion

Rin­der­her­de wird öko­lo­gisch wert­vol­le Mager­wie­se am ehe­ma­li­gen Segel­flug­platz pflegen

 

Arns­berg. Das Gelän­de des ehe­ma­li­gen Segel­flug­plat­zes Arns­berg im „Alten Feld“ steht vor einer neu­en Nut­zung. Für die Pla­nung mög­li­cher Fol­ge­nut­zun­gen des ehe­ma­li­gen Segel­flug­plat­zes im Alten Feld ist im ver­gan­ge­nen Jahr eine auf­wän­di­ge Unter­su­chung der Vege­ta­ti­on durch­ge­führt wor­den. Dabei wur­den über 40 ver­schie­de­ne Pflan­zen­ar­ten gefun­den, von denen meh­re­re Arten auf der „Roten Lis­te“ der bedroh­ten Pflan­zen­ar­ten stehen.

Die in vie­len Jah­ren ent­stan­de­ne Mager­wie­se auf dem Gelän­de des ehe­ma­li­gen Segel­flug­plat­zes in Arns­berg ist nun ein schüt­zens­wer­tes Bio­top auf dem sich über 40 bedroh­te Pflan­zen­ar­ten ange­sie­delt haben. (Foto: Stadt Sundern)

Gesetz­lich geschütz­tes Biotop

Durch den Ver­zicht auf Dün­gung über Jahr­zehn­te und das regel­mä­ßi­ge Mähen ist eine Mager­wie­se ent­stan­den, die nach § 30 Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz zu den gesetz­lich geschütz­ten Bio­to­pen gehört. Auf­grund ihrer Grö­ße und Aus­prä­gung ist die Mager­wie­se auf dem ehe­ma­li­gen Segel­flug­platz in Arns­berg von lan­des­wei­ter Bedeu­tung. Die jetzt vor­ge­se­he­ne Pfle­ge mit einer Heu­ern­te im Juni und einer Nach­be­wei­dung mit Rin­dern ist mit der Natur­schutz­be­hör­de abge­stimmt und dient der Pfle­ge und Wei­ter­ent­wick­lung der Magerwiese.

Kuh­fla­den mit wich­ti­ger Funktion

Durch die Nach­be­wei­dung der Flä­che mit Rin­dern soll die Struk­tur­viel­falt der Flä­che zusätz­lich erhöht wer­den. Die Hin­ter­las­sen­schaf­ten der Rin­der füh­ren, im Gegen­satz zu Hun­de­kot, nicht zu einer zusätz­li­chen Dün­gung der Flä­chen, da die Tie­re durch die Nah­rungs­auf­nah­me der Flä­che mehr Nähr­stof­fe ent­zie­hen als sie durch Kuh­fla­den dort zurück­las­sen. Kuh­fla­den haben zudem eine wich­ti­ge Funk­ti­on in der Natur, so leben auf und an den Hin­ter­las­sen­schaf­ten der Rin­der meh­re­re Hun­dert Insek­ten­ar­ten, die Kuh­fla­den auch als ihre Nah­rungs­quel­le nut­zen. Hier­zu gibt es umfang­rei­che Unter­su­chun­gen zur „Öko­lo­gie des Kuh­fla­dens“ und wei­te­re Infor­ma­tio­nen im Internet.

 

Die seit 2016 ein­ge­zäun­ten und exten­siv bewei­de­ten Flä­chen auf der ande­ren Sei­te der Ruhr sol­len sich eben­falls in eine arten- und Struk­tur­rei­che Flä­che ent­wi­ckeln. Die­se Ent­wick­lung wird jedoch noch vie­le Jah­re in Anspruch neh­men. Aller­dings haben die Rin­der dort schon in kur­zer Zeit grö­ße­re Flä­chen des japa­ni­schen Knö­te­richs – eine Art, die aus Asi­en ein­ge­schleppt wur­de und dort nicht hei­misch ist – zurückgedrängt.

(Quel­le: Stadt Arnsberg)