Kul­tur­märz ganz anders – Vir­tu­el­le Bei­trä­ge bringt die Kul­tur zu ihren Liebhabern

16. Februar 2021
von Ute Bosen

 

Sun­derns Kul­tur­märz 2021 steht vor der Tür und der Kul­tur­ring als Ver­an­stal­ter hat wie­der ein Pro­gramm auf die Bei­ne gestellt in dem sich Musik, Lite­ra­tur, Vor­trä­ge und eine Aus­stel­lung zusam­men­fin­den. Doch wie bei allem macht die Coro­na-Pan­de­mie eine Ver­an­stal­tung, wie sie Kul­tur­lieb­ha­ber in Sun­dern nor­ma­ler­wei­se ken­nen, unmög­lich. „Wir haben unter den beson­de­ren Bedin­gun­gen einen Neu­an­fang gewagt und uns ganz modern auf­ge­stellt“, sag­te dazu die ers­te Vor­sit­zen­de vom Kul­tur­ring Sun­dern e.V., Andrea Schul­te-Loh­ger­ber.  „Statt eine Ver­schie­bung in den Herbst in Erwä­gung zu zie­hen, haben wir uns ganz bewusst dazu ent­schie­den, die Ver­an­stal­tung vir­tu­ell anzu­bie­ten“, ergänz­te Schrift­füh­rer Jür­gen ter Braak, bei der eben­falls vir­tu­ell statt­ge­fun­de­nen Pres­se­kon­fe­renz. Alle Ver­an­stal­tun­gen wer­den daher als Film über das Inter­net anzu­se­hen und zu hören sein.

 

Aus­stel­lung zum 90. Geburts­tag von Johan­nes Dröge

Eine Aus­stel­lung zum 90. Geburts­tag von Johan­nes Drö­ge bil­det den Auf­takt zum Kul­tur­märz. (Foto: Ute Bosen)

Ein beson­de­rer Anlass bei die­sem beson­de­ren Kul­tur­märz ist eine Aus­stel­lung zum 90. Geburts­tag von Johan­nes Drö­ge. Wer­ke des Bild­hau­ers und Staats­preis­trä­gers wer­den an ihren Stand­or­ten gefilmt und zusam­men mit Sequen­zen aus Gesprä­chen mit Johan­nes Drö­ge, bil­det der online gestell­te Film über das Grün­dungs­mit­glied des Kul­tur­rings am 13./14. März den Auf­takt der Veranstaltungsreihe.

Alle wei­te­ren Ver­an­stal­tun­gen wid­men sich den 20er Jah­ren. Musik­sti­le und das Loka­le Gesche­hen, das auch in Sun­dern sehr span­nen­de Zeit dar­stell­te, sol­len das Grund­sche­ma der Kon­zer­te und Lesun­gen in die­sem Jahr bilden.

Lese­kon­zert mit The­men aus Sun­dern in den 1920er Jahren

Bene­dikt ter Braak, Pia­nist und Ideen­ge­ber für den Kul­tur­märz ( Foto: Kul­tur­ring Sun­dern e.V.)

Den Anfang macht ein Lese­kon­zert. His­to­ri­ker Wer­ner Neu­haus wird über Sun­dern zur Zeit der Wei­ma­rer Repu­blik erzäh­len, die poli­ti­sche Situa­ti­on im katho­lisch gepräg­ten Raum, das Frau­en­wahl­recht. Auch die Grün­dung von etwa einem Dut­zend Sun­derner Fir­men von denen nun eini­ge, wie z. B. Gebr. Schul­te oder SKS, ihr 100-jäh­ri­ges Bestehen fei­ern kön­nen, wird the­ma­ti­siert. „Gemein­sam zu die­sen meist im Metall­ver­ar­bei­ten­den Bereich ange­sie­del­ten Fir­men, bekam der Begriff „Röhr­ba­ro­ne“ sei­ne Bedeu­tung“, ver­riet Wer­ner Neu­haus. Musi­ka­lisch begeis­ter­ten die Men­schen in länd­li­chen Gegen­den, anders als in den gro­ßen Städ­ten, in denen Jazz Musik zuneh­men­der beliebt wur­de, sich eher für die alten Meis­ter. Mit roman­ti­scher oder geist­li­cher Musik von Bruck­ner oder Schu­bert wird Bene­dikt ter Braak wird die Lesung musi­ka­lisch auf dem Kla­vier begleiten.

Kunst und Kul­tur in den 20ern

Ein wei­te­rer Online-Bei­trag wird ein Vor­trag von Ant­je Tez­laff sein. Die Sozi­al­wis­sen­schaft­le­rin und Musi­ke­rin the­ma­ti­siert den Neu­be­ginn von Kunst und Kul­tur in den 20er Jah­re, die Ent­wick­lung der Schall­plat­ten­in­dus­trie, des Films, der Lite­ra­tur und des Thea­ters. „Es gab kul­tu­rel­le Impul­se die bis in unse­re Zeit rei­chen,“ so Tezlaff.

Lie­der aus der Dreigroschenoper

Zu Letzt run­det ein jaz­zi­ges Kon­zert den Kul­tur­märz ab. Das Quar­tett „Der Grü­ne Salon“ spielt Stü­cke aus Wer­ken von Kurt Weil, mit Lie­dern aus der Drei­gro­schen­oper, die die vier Musi­ker per Kla­vier, Kon­tra­bass, Stim­me und Saxo­phon interpretieren.

Kon­zert am Stück als Livemitschnitt

„Die Kon­zer­te und Lesun­gen wer­den „live“ auf­ge­nom­men und dann unge­schnit­ten ins Netz gestellt“, erklärt Bene­dikt ter Braak zum Kon­zept. Im Sto­cku­mer Berg­haus, der Aka­de­mie für Kunst und Kul­tur wer­den die „Drehs“ statt­fin­den. Über einen QR-Code, der in den, bis dahin aus­ge­leg­ten Fly­ern oder auf der Hom­pa­ge des Kul­tur­rings zu fin­den sein wird, kann man sich in die Ver­an­stal­tun­gen ein­log­gen. Wie immer sind die Ange­bo­te ein­tritts­frei. „Doch auch dies­mal sind Spen­den, per Über­wei­sung, will­kom­men,“ so Jür­gen ter Braak.