Kal­ter Früh­ling und nas­ser Mai – Ruhr­ver­band mel­det hohen Was­ser­stand in den Talsperren

11. Juni 2021
von Redaktion

Das Ein­zugs­ge­biet der Ruhr erleb­te 2021 den käl­tes­ten April seit fast 45 Jah­ren – Auch der Mai war käl­ter als üblich und dazu noch über­durch­schnitt­lich nass

Mit­tel­wert liegt exakt im Durchschnitt

Kalt, nass und unge­müt­lich – so wer­den vie­le den Früh­ling 2021 an der Ruhr erlebt haben. Doch die Aus­wer­tun­gen des Ruhr­ver­bands zei­gen: Nas­ser als gewöhn­lich war nur der Mai mit einem Nie­der­schlags­plus von 34 Pro­zent gegen­über dem lang­jäh­ri­gen Mit­tel. Im März hin­ge­gen fie­len vier Pro­zent weni­ger und im April sogar 28 Pro­zent weni­ger Nie­der­schlag als üblich. Für alle drei Früh­lings­mo­na­te zusam­men ergibt das in Sum­me 225 Mil­li­me­ter und damit fast exakt den Durch­schnitt der Jah­re 1927 bis 2020. Zum Ver­gleich: Im Früh­jahr 2020 waren es zwar 91 Mil­li­me­ter weni­ger, aber im Früh­jahr 2019 sogar 19 Mil­li­me­ter mehr als in die­sem Jahr.

Wie hier der Sor­pes­see, wei­sen alle Tal­sper­ren des Ruhr­ver­bands zur Zeit einen hohen Was­ser­stand auf und sind damit für eine tro­cke­ne Wet­ter­pha­se gut gerüs­tet. (Foto: Dorfinfo.de)

Das weit­ver­brei­te­te Gefühl eines „zu kal­ten“ Früh­lings 2021 hin­ge­gen spie­gelt sich auch in den Mess­wer­ten wider. Der März war zwar gering­fü­gig (um 0,4 Grad) wär­mer als der Ver­gleichs­zeit­raum 1981 bis 2010, doch sowohl der April als auch der Mai zeig­ten mit einer um 2,8 bzw. 2,3 Grad gerin­ge­ren Monats­mit­tel­tem­pe­ra­tur deut­li­che Abwei­chun­gen nach unten. Der April 2021 war sogar der käl­tes­te im Ruhr­ein­zugs­ge­biet seit dem April 1977.

Eines der 25 käl­tes­ten Frühjahre

Alle drei Früh­lings­mo­na­te zusam­men­ge­nom­men waren mit einer mitt­le­ren Tem­pe­ra­tur von 6,5 Grad um 1,6 Grad käl­ter als der Ver­gleichs­zeit­raum 1981 bis 2010. Das ergibt zwar kei­nen neu­en Rekord­wert, aber immer­hin einen Platz unter den 25 käl­tes­ten Früh­jah­ren seit Beginn der Wet­ter­auf­zeich­nun­gen vor
über 140 Jahren.

Höher Füll­stand in den Tal­sper­ren als üblich

Das Tal­sper­ren­sys­tem des Ruhr­ver­bands wies zum Früh­jahrs­en­de am 31. Mai einen Füll­stand von knapp 96 Pro­zent auf, sie­ben Pro­zent mehr als für die Jah­res­zeit üblich. Aktu­ell (Stand 10. Juni) sind gut 48 Mil­lio­nen Kubik­me­ter Was­ser mehr in den Tal­sper­ren gespei­chert als vor einem Jahr. Auf eine Pha­se mit mög­li­cher Zuschuss­pflicht in den kom­men­den Mona­ten ist das Tal­sper­ren­sys­tem damit gut vorbereitet.
Bis­lang war im Jahr 2021 ledig­lich an sechs Tagen in der zwei­ten Mai­de­ka­de in gerin­gem Umfang am Pegel Vil­ligst Zuschuss­pflicht aus den Tal­sper­ren erfor­der­lich. Die vor­ge­schrie­be­nen Min­dest­ab­flüs­se wur­den im Früh­jahr 2021 zu jeder Zeit eingehalten.

(Quel­le: Ruhr­ver­band Essen)