Pegel­stän­de in den Tal­sper­ren sin­ken wie­der – Ruhr­ver­band schafft Freiraum

19. Juli 2021
von Redaktion

 

Essen/​Hochsauerlandkreis. Der Ruhr­ver­band hat nach dem flä­chen­de­cken­den Absin­ken der Pegel­stän­de im Ruhreinzugsgebiet
damit begon­nen, die Füll­stän­de sei­ner Tal­sper­ren im Sauer­land kon­trol­liert zu redu­zie­ren. Da für die
nächs­ten Tage kei­ne grö­ße­ren Nie­der­schlags­men­gen vor­her­ge­sagt sind, wer­den die Abflüs­se weiter
rück­läu­fig sein. Um für etwai­ge wei­te­re Rege­n­er­eig­nis­se gewapp­net zu sein, ist es not­wen­dig, in den
Tal­sper­ren nun behut­sam wie­der Frei­raum zu schaffen.

Tal­sper­ren ver­hin­dern eine noch grö­ße­re Katastrophe

Die Lis­ter­tal­sper­re lief wäh­rend des Stark­re­ge­n­er­eig­nis­se durch Sturm­tief Bernd zeit­wei­se über. (Foto: Ruhrverband)

Wäh­rend der hef­ti­gen Unwet­ter des Tief­druck­ge­bie­tes „Bernd“ hat der Ruhr­ver­band den vorläufigen
Berech­nun­gen zufol­ge in der Spit­ze über 200 Kubik­me­ter Was­ser in der Sekun­de in sei­nen Talsperren
zurück­ge­hal­ten und dadurch für eine deut­li­che Min­de­rung des Schei­tel­punkts in den flussabwärts
gele­ge­nen Gebie­ten gesorgt. Zur Ein­ord­nung: Am Pegel Hat­tin­gen, der am Don­ners­tag­mor­gen zum
ers­ten Mal seit voll­stän­di­ger Ver­füg­bar­keit des Tal­sper­ren­sys­tems vor über 50 Jah­ren einen
Was­ser­stand von etwa sie­ben Metern erreicht hat, betrug der Durch­fluss in der Spit­ze gut
1.200 Kubik­me­ter in der Sekun­de. Ohne die Tal­sper­ren des Ruhr­ver­bands wären es über
1.400 Kubik­me­ter gewe­sen, die zu noch höhe­ren Schä­den hät­ten füh­ren kön­nen. Ins­ge­samt wurden
zwi­schen Mitt­woch­mit­tag (14.7.) und Don­ners­tag­nacht (15./16.7.) rund 15 Mil­lio­nen Kubik­me­ter Wasser
in den Tal­sper­ren zurückgehalten.

100 Pro­zent erreicht

Durch die enorm hohen Zuflüs­se erreich­ten die Big­ge- und die Möh­ne­tal­sper­re im Lau­fe des
Don­ners­tags nahe­zu exakt den Voll­stau von 100 Pro­zent. An der Henne‑, Ennepe‑, Für­wig­ge- und
Lis­ter­tal­sper­re kam es sogar zeit­wei­se zum Über­lauf. Beim so genann­ten Über­lauf einer Tal­sper­re wird
Was­ser über die Hoch­was­ser­ent­las­tung abge­führt, um Schä­den am Bau­werk oder den
Betriebs­ein­rich­tun­gen zu ver­hin­dern. Die Sicher­heit der Tal­sper­ren des Ruhr­ver­bands wird durch
ver­schie­de­ne Mess- und Kon­troll­sys­te­me eng­ma­schig über­wacht und war durch die Hochwasserlage
zu kei­nem Zeit­punkt gefähr­det. Mitt­ler­wei­le sind die Füll­stän­de in allen Tal­sper­ren rückläufig.

Online­zu­griff wie­der möglich

Das umfang­rei­che Online­an­ge­bot, das die Tal­sper­ren­leit­zen­tra­le des Ruhr­ver­bands zu
Gewäs­ser­pe­geln, Tal­sper­ren­füll­stän­den und ähn­li­chen Infor­ma­tio­nen bereit­stellt, ver­zeich­ne­te seit
Wochen­be­ginn enor­me Zugriffs­zah­len. Es kam daher immer wie­der zu Über­las­tun­gen des Ser­vers und
einer ein­ge­schränk­ten Erreich­bar­keit, für die der Ruhr­ver­band in die­ser außer­ge­wöhn­li­chen Situation
um Ver­ständ­nis bit­tet. Inzwi­schen konn­te eine tech­ni­sche Lösung gefun­den wer­den, die den Zugriff auf
das Online­an­ge­bot der Tal­sper­ren­leit­zen­tra­le wie­der ermöglicht.

Unver­ständ­nis für Schau­lus­ti­ge und Wassersporttreibende

Kein Ver­ständ­nis haben die Ver­ant­wort­li­chen des Ruhr­ver­bands hin­ge­gen für Schau­lus­ti­ge und
Was­ser­sport­trei­ben­de, die sich trotz der rei­ßen­den Strö­mung und eines abso­lu­ten Befahrungsverbots
mit Boo­ten auf die Ruhr oder die Stau­se­en bege­ben. Mit die­sem leicht­sin­ni­gen Ver­hal­ten brin­gen sie
nicht nur sich selbst, son­dern auch die seit Tagen unter Dau­er­stress ste­hen­den Ein­satz­kräf­te, denen an
die­ser Stel­le ein aus­drück­li­cher Dank aus­ge­spro­chen wird, in abso­lu­te Lebensgefahr.

(Quel­le: Ruhrverband)