Wind­park aus­ge­rech­net mit­ten im Wald?

28. Mai 2013
von Redaktion

Iser­loh­ner Jugend­li­che set­zen sich beim Plan­spiel „Tat­ort Wald“ mit Für und Wider aus­ein­an­der
126227PIser­lohn. „Wind­ener­gie ger­ne! Aber aus­ge­rech­net im Wald der eige­nen Hei­mat­stadt?” – Dar­über dis­ku­tier­ten beim Plan­spiel „Tat­ort Wald” am Wolf­platz im Iser­loh­ner Stadt­wald in der letz­ten Woche auf Ein­la­dung des Iser­loh­ner Kin­der- und Jugend­ra­tes und des Städ­ti­schen Kin­der- und Jugend­bü­ros 22 Schü­le­rin­nen und Schü­ler des Erd­kun­de­kur­ses der Ober­stu­fe der Iser­loh­ner Gesamt­schu­le sowie drei Mit­glie­der des Kin­der- und Jugend­ra­tes. In ver­schie­de­nen Rol­len – jeweils als Mit­glied der Stadt­ver­wal­tung, eines Wirt­schafts­ver­ban­des, einer Natur­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on oder eines Hei­mat­ver­eins – beschäf­tig­ten sich die Jugend­li­chen mit den unter­schied­li­chen Nut­zungs­in­ter­es­sen und Sicht­wei­sen zum The­ma. „Was kann und soll­te man mit einem Wald­stück tun, was gewinnt man, wenn man sich für Wind­rä­der im Wald ent­schei­det, was ver­liert man?” oder „Wie könn­ten Kom­pro­mis­se aus­se­hen?” waren die Fra­gen, denen sie nach­gin­gen.
 
Das vom Wis­sen­schafts­la­den Bonn kon­zi­pier­te Plan­spiel wur­de mit dem Deut­schen Natur­schutz­preis und dar­über hin­aus als Pro­jekt der UN-Deka­de für Bio­lo­gi­sche Viel­falt aus­ge­zeich­net.
Bar­ba­ra Brühl, die Schul­lei­te­rin der Gesamt­schu­le, die ihre Schü­ler und Schü­le­rin­nen auf das The­ma Wald vor­be­rei­tet hat­te, freu­te sich über das Enga­ge­ment und die fach­kun­di­ge, sach­li­che Argu­men­ta­ti­on der Jugend­li­chen nicht nur wäh­rend der Abschluss­dis­kus­si­on. Vor der Dis­kus­si­on um die Zukunft des Wal­des ging es im Plan­spiel dar­um, dass sich die jun­gen Leu­te auch mit ihren Sin­nen auf den Wald, sei­ne Pflan­zen und Bewoh­ner ein­lie­ßen, indem sie säg­ten, Baum­wip­fel betrach­te­ten, den Boden unter­such­ten und auf die­se Wei­se Argu­men­te für die Dis­kus­si­on sam­mel­ten. Pro­jekt­lei­te­rin Dr. Anke Valen­tin vom Wis­sen­schafts­la­den Bonn: „Das fiel wegen des Dau­er­re­gens die­ses Mal lei­der zum gro­ßen Teil buch­stäb­lich ins Was­ser.”
 
Gepackt hat­te das The­ma die Jugend­li­chen den­noch. „Es war span­nend, neben der eige­nen Mei­nung auch mal eine ande­re Sicht ken­nen­zu­ler­nen, wenn man bei­spiels­wei­se eine Rol­le über­nom­men hat, deren Posi­ti­on man nor­ma­ler­wei­se so nie ver­tre­ten wür­de”, so der 18-jäh­ri­ge Mar­cel Ernst. Für Lia Minz­berg, 14 Jah­re, hat sich der Vor­mit­tag gelohnt, weil sie sich auch sonst gern mit Natur beschäf­tigt. Auch für Dr. Anke Valen­tin war das Plan­spiel „Tat­ort Wald” ein Erfolg: „Es hat uns beein­druckt, wie enga­giert, kon­zen­triert und ernst­haft sich die Jugend­li­chen auf das Plan­spiel ein­ge­las­sen haben.” Und einen neu­en Blick auf die Din­ge haben sie auch noch gewon­nen. Eine Erkennt­nis von Vivi­en Lis, 17 Jah­re und Kin­der- und Jugend­rats­mit­glied: „Da haben sich bei uns vor­hin wohl eher die wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen durch­ge­setzt – wie im wirk­li­chen Leben.”
 
San­dra Schulz vom NABU MK ver­deut­lich­te den Jugend­li­chen die Bedeu­tung des The­mas für Iser­lohn und beschei­nig­te ihnen einen guten Kennt­nis­stand zur aktu­ell geführ­ten Dis­kus­si­on.
 
Marie-Lui­se Wer­ner als Umwelt­be­auf­trag­te der Gesamt­schu­le und Petra Lam­berts, Lei­te­rin des städ­ti­schen Kin­der- und Jugend­bü­ros, die gemein­sam bereits 2010 den Wis­sen­schafts­la­den Bonn zum The­ma „Inter­na­tio­na­le Umwelt­po­li­tik” in Iser­lohn zu Gast hat­ten, freu­ten sich, dass es gelun­gen ist, Jugend­li­che für das The­ma zu sen­si­bi­li­sie­ren und ihnen die ver­schie­de­nen Sicht­wei­sen der Inter­es­sens­grup­pen zu ver­deut­li­chen.