Was für ein fet­ter Sound des MJO“

6. September 2013
von Redaktion

Was für ein fet­ter Sound des MJO“ Impres­sio­nen von der Pro­ben­pha­se in Nottuln

Bester Stimmung waren die jungen Musikerinnen und Musiker bei ihre Probenphase in Nottuln. Foto: Markus Kreysch/Märkischer Kreis

Bes­ter Stim­mung waren die jun­gen Musi­ke­rin­nen und Musi­ker bei ihre Pro­ben­pha­se in Not­tuln. Foto: Mar­kus Kreysch/​Märkischer Kreis

Von Con­ny Kel­ler (MJO) Mär­ki­scher Kreis. Der Kom­po­nist Gus­tav Mah­ler sag­te ein­mal: „Das Bes­te in der Musik steht nicht in den Noten.“ Und jeder der etwa 90 jun­gen Musi­ker des Mär­ki­schen Jugend­sin­fo­nie­or­ches­ters (MJO) wür­de die­ses State­ment ohne Zögern bestä­ti­gen. Denn obwohl der bestimmt häu­figs­te Gedan­ke in der ers­ten Tut­ti-Pro­be: „Hät­te ich doch vor­her mal mehr geübt“ ist, wird die Begeis­te­rung von dem gemein­sa­men Musi­zie­ren, dem dadurch her­vor­ge­ru­fe­nen Gemein­schafts­ge­fühl und dem volu­mi­nö­sen Orches­ter­klang spür­bar und ergreift Besitz von jedem Musiker.

„In der ers­ten Pro­be mit dem gan­zen Orches­ter dach­te ich: Ob das wohl gut geht. Aber dann wur­de ich schon nach weni­gen Sekun­den von den Har­mo­nien der zusam­men­klin­gen­den Instru­men­te über­rascht!“ erzählt Pas­cal Fischer. Jona­than Krie­wald berich­tet kurz und bün­dig: „Der ers­te Gedan­ke in der Tut­ti-Pro­be? Ganz klar: Fet­ter Sound!“ Wie vie­le ande­re Mit­glie­der nimmt er bereits zum fünf­ten Mal an einer Pro­be­pha­se des MJO teil.

In den ers­ten drei Tagen einer sol­chen Pha­se neh­men vor allem die Dozen­ten der ein­zel­nen Instru­men­ten­grup­pen den Takt­stock in die Hand, um die jun­gen Musi­ker beim Üben der anspruchs­vol­len Noten zu unter­stüt­zen. Damit errei­chen sie, dass das Orches­ter in den Gesamt­pro­ben genau das erfah­ren kann, was laut Gus­tav Mah­ler nicht in den Noten steht.

So ist es gegen Ende der Pro­ben­ar­beit mög­lich, beim Erklin­gen von Richard Wag­ners Ouver­tü­re zu der Oper „Der flie­gen­de Hol­län­der“, den Prot­ago­nis­ten vor dem inne­ren Auge auf sei­nem Schiff über das stür­mi­sche Meer fah­ren zu sehen. Des Wei­te­ren bringt das Mär­ki­sche Jugend­sin­fo­nie­or­ches­ter die gewal­ti­gen Was­ser­mas­sen in Bewe­gung, wel­che Clau­de Debus­sy in sei­nem impres­sio­nis­ti­schen Werk „La mer“ ver­tont hat. Das Stück „Der ver­zau­ber­te See“ von Ana­to­ly Lia­dow lässt das Orches­ter das dies­jäh­ri­ge The­ma „Was­ser“ auf eine ganz eige­ne stim­mungs­vol­le Art und Wei­se dar­stel­len. Zudem hat Diri­gent Tho­mas Gro­te das Ein­stu­die­ren des Har­fen­kon­zerts Carl Rei­ne­ckes ange­lei­tet. Den Solo­part über­nimmt die Sti­pen­dia­tin der Mär­ki­schen Kul­tur­kon­fe­renz Han­na Rabe, die bereits in den Pro­ben das Orches­ter mit den fas­set­ten­rei­chen Klän­gen ihres Instru­men­tes verzauberte.

„Wenn ich jetzt nach der MJO-Pha­se wie­der nach Hau­se fah­re, kom­me ich in eine neue (alte) Welt und muss mich erst wie­der ein­le­ben“, schil­dert Jona­than Krie­wald und wirft schmun­zelnd den Begriff der „postor­ches­tra­len Depres­si­on“ in den Raum. „Wenn man zehn Tage gemein­sam ver­bracht hat und sowohl in den Pro­ben und Pau­sen als auch bei den Mal­zei­ten bei­sam­men war, und so vie­le abso­lut ver­rück­te Din­ge erlebt hat, ist das, als ob man in ein tie­fes Loch fällt, wenn die­se Zeit vor­bei ist.“ Aber nicht nur Jona­than hat die ver­gan­ge­nen Tage genos­sen und ist mehr als zufrie­den mit der Leis­tung des Orches­ters. Johan­na Ris­se sagt: „In der öffent­li­chen Gene­ral­pro­be war ich rich­tig stolz auf uns, weil wir ein so anspruchs­vol­les Pro­gramm gemeis­tert haben und ich freue mich schon auf die Konzerte.

Alle Freun­de der klas­si­schen Musik und des Mär­ki­schen Jugend­sin­fo­nie­or­ches­ters sind herz­lich zu den fol­gen­den Kon­zer­ten ein­ge­la­den: Sams­tag, 07.09.2013, 19.00 Uhr, Aula der Fir­ma Turck in Hal­ver, Kirch­lö­her Weg 7, Sonn­tag, 08.09.2013, 18.00 Uhr, Kul­tur­haus Lüden­scheid, Sams­tag, 14.09.2013, 19.00 Uhr, St. George’s School in Duis­burg und Sonn­tag, 15.09.2013, 17.00 Uhr Stadt­hal­le Werl.