Ver­wirr­spiel um Sah­ra Wagen­knecht

18. Januar 2013
von Redaktion
Verwirrspiel um Sahra Wagenknecht

Ver­wirr­spiel um Sah­ra Wagen­knecht

Soest. Seit dem Umzug der Links­par­tei von der Tho­mästra­ße an das Ulri­cher­tor, prangt stolz das Schild „Wahl­kreis­bü­ro Sah­ra Wagen­knecht“ an der Tür. Wo ist sie – und wenn ja, wo noch?, möch­te man abge­wan­delt mit Richard David Precht fra­gen. Oder: Liegt Soest in Nie­der­sach­sen?

Dass ihr „Wahl­kreis­bü­ro“ in Soest nur ein „Bür­ger­bü­ro“ und also ein Eti­ket­ten­schwin­del ist und irgend­wel­che Kri­te­ri­en dafür nicht bekannt sind, lässt schon stut­zig wer­den. Zumal ihr offi­zi­el­les Büro für Düs­sel­dorf aus­ge­wie­sen wur­de. Schon das ver­wun­dert, da sie im Saar­brü­cken Umland gemel­det ist. Aber man kennt das ja. Sie kan­di­dier­te schon 1998 in Dort­mund, ohne dort je gewohnt zu haben. Die Wahl­re­gu­la­ri­en machen das mög­lich.

Nun hören wir aktu­ell vom Pau­ken­schlag beim Land­tags­wahl­kampf in Han­no­ver. Dort näm­lich soll Wagen­knecht mit Regie­rungs­ver­hand­lun­gen beauf­tragt wer­den, falls die Links­par­tei – was seit ihres Ein­grei­fens in den Wahl­kampf immer wahr­schein­li­cher wird – über 5% kom­men soll­te. Doch: wie dau­er­haft ist das? Der Spie­gel schreibt jetzt über die „Last-Minu­te-Geheim­waf­fe“: „Die ver­sier­te Bun­des­po­li­ti­ke­rin als star­ke Lin­ke an der Lei­ne? Unwahr­schein­lich. Ihr Enga­ge­ment soll die Genos­sen über die Fünf­pro­zent­hür­de hie­ven – und die eige­ne Kar­rie­re beför­dern.“ So scheint es wohl. „Pos­ter­girl der Lin­ken“ höhnt der SPIE­GEL dazu, wäh­rend sie ande­re die neue „Infla­ti­ons­hei­li­ge“ oder Wah­rer Sagen­knecht nen­nen.

Vor­ges­tern in Dort­mund, ges­tern in Düs­sel­dorf, heu­te in Han­no­ver, mor­gen in Soest und über­mor­gen dort, wo man sie wie­der ein­setzt um Stim­men zu holen? Wahl­krei­shop­pen ist etwas ande­res als eine Ver­wur­ze­lung und ein Enga­ge­ment im Inter­es­se der hei­mi­schen Bür­ger