Nachtfröste, Sauerkraut, Aufzucht: Bauermarkt-Besucher plaudern gern

Info, Häppchen, Tipps: Regionale Erzeuger setzen am Möhnesee auf Transparenz

Soest Sich Zeit zu nehmen, Häppchen zu kosten und Hintergründe der Produktherstellung zu erfragen, macht viel vom Charme des traditionellen Bauernmarktes am Möhnesee aus. Es „menschelt“ an Obst- und Gemüseständen, beim Imker oder Metzger. Wenn am 3. Oktober in Körbecke wieder reger Betrieb herrscht, kommen viele Besucher mit den regionalen Erzeugern ins Fachsimpeln.

 

Verlockend leuchten am Stand von Christoph Abel Äpfel, Birnen und Zwetschgen. Seit Anfang der 1990-er Jahre ist der Inhaber der Baumschulen und Obstplantagen aus Möhnesee-Stockum beim Bauernmarkt mit frischen Früchten aus eigenem Anbau vor Ort. „Die Kunden setzen auf regionale Herkunft und transparente Produktion“, weiß er. „Bei uns im Betrieb können sie auch mal gucken kommen oder lernen, wie man Obstbäume fachgerecht beschneidet.“ Dass ihn die Besucher beim Bauernmarkt fragen werden, wie er die Frostnächte im Frühjahr überstanden hat, in denen viele Blüten erfroren sind, ahnt er schon voraus. „Persönlicher Kontakt ist wichtig“, sagt er. „So kann ich erklären, warum zum Beispiel die Birnen dieses Jahr nicht ganz gleichmäßig aussehen und der Preis etwas höher ausfällt als in manch anderem Jahr.“ Seine Damen aus dem Hofladen geben am Stand gern auch mal Tipps zur Verarbeitung des Obstes.

 

Ein Urgestein auf dem Bauernmarkt ist auch Heinz-Bernd Hufelschulte aus Werl. Am Stand genießen Besucher sein leckeres Sauerkraut sowohl warm als auch kalt. „Viele Eltern lassen ihre Kinder das frische, rohe Kraut aus dem Eimer probieren“, schmunzelt er. Längst hat der Erzeuger einen festen Kundenstamm. Neulingen erläutert er gern den Weg vom Weißkohl zum fertigen Sauerkraut. „Manche Besucher berichten uns auch, wie sie es früher selbst hergestellt haben, als Vorrat für den Winter, und schwelgen in Nostalgie.“ Da für solch aufwändige Verfahren heute den Meisten die Zeit fehlt, wissen Verbraucher regionale Produktion und kurze Wege umso mehr zu schätzen. „Sie möchten wissen, wer hinter dem Produkt steht – quasi das Gesicht dazu kennen“, weiß Heinz-Bernd Hufelschulte. „Und wer Sauerkraut mag, nimmt auf dem Bauernmarkt auch gern mal einen Zwei- oder Fünf-Kilo-Eimer mit.“

 

Auch Monika und Markus Schroeder-Schilling, Inhaber von „Das Bauernlädchen“ in Werl, sind seit zehn Jahren in Körbecke dabei. „Unsere Rinderwurst ist dort der Renner“, lacht Markus Schroeder-Schilling. Den ganzen Tag lang herrscht Hochbetrieb am Stand, der hausgemachte Fleisch- und Wurstwaren anbietet. Die Schroeder-Schillings betreiben eine eigene Schweine-Aufzucht. „Danach fragen die Besucher, wollen gezielt wissen, wie wir unsere Tiere halten und welches Futter wir verwenden.“ Lebensmittelskandale hätten viele sensibilisiert, da seien sie dann auch mal gern bereit, für nachhaltige Produkte etwas mehr zu bezahlen als im Discounter.

„Tischlein deck dich“ lautet passend zum Erntedank das Motto des diesjährigen Bauernmarktes. Neben zahlreichen Ständen der Erzeuger gibt es einen Kunsthandwerkermarkt, Info-Stände lokaler Organisationen und Live-Musik.

 

Auskunft gibt die Wirtschafts- und Touristik GmbH Möhnesee unter Telefon 02924/497 oder 1414 oder unter info@moehnesee.de. Info: http://www.moehnesee.de/.