KfZ-Zulas­sungs­stel­le in Wer­dohl schließt Mehr als 4.000 Pro­test­un­ter­schrif­ten im Kreis­tag übergeben

19. Juni 2015
von Redaktion
Die Kreistagsmitglieder gedachten dem am 30. April verstorbenen Geza Lang von den Bündnisgrünen. Auf dessen Platz lagen Blumen. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Die Kreis­tags­mit­glie­der gedach­ten dem am 30. April ver­stor­be­nen Geza Lang von den Bünd­nis­grü­nen. Auf des­sen Platz lagen Blu­men. Foto: Hen­drik Klein/​Märkischer Kreis

Mär­ki­scher Kreis. (pmk). Einen Akten­ord­ner mit rund 4.000 Unter­schrif­ten für Land­rat Tho­mas Gemke hat­te eine Grup­pe Wer­doh­ler mit in die Sit­zung des Kreis­ta­ges gebracht. Damit pro­tes­tie­ren sie gegen die beab­sich­tig­te Schlie­ßung der Kfz-Zulas­sungs­stel­le in Werdohl.

Es bleibt bei der von Land­rat Tho­mas Gemke ver­füg­ten Schlie­ßung der KfZ-Zulas­sungs­stel­le im Wer­doh­ler Rat­haus zum 1. Sep­tem­ber. Dar­an änder­ten auch die vom Wer­doh­ler SPD-Rats­herrn Jür­gen Hen­ke und des­sen Mit­strei­tern in den ver­gan­ge­nen Tagen gesam­mel­ten rund 4.000 Unter­schrif­ten gegen die Schlie­ßung nichts. Hen­ke über­reich­te Land­rat Tho­mas Gemke in der Sit­zung des Kreis­ta­ges einen Akten­ord­ner mit den Unterschriften.

 

Er habe sich die Ent­schei­dung nicht leicht gemacht, bat Gemke um Ver­ständ­nis. „Wenn immer mehr Auf­ga­ben auf die Kom­mu­nen abge­wälzt wer­den, muss irgend­wo gespart wer­den. Und Spa­ren geht nicht ohne Ein­schnit­te, Spa­ren gibt es nicht zum Null­ra­rif“, so Gemke zu den Pro­test­lern aus Wer­dohl. Er dank­te ihnen für ihren Ein­satz, ver­wies aber den­noch auf die mit 41 Wochen­stun­den durch­aus üppi­gen Öff­nungs­zei­ten der Bür­ger­bü­ros am Grie­sen­brauck in Iser­lohn und im Lüden­schei­der Kreis­haus, auf den „lan­gen Don­ners­tag“ sowie die Samstags-Öffnungszeiten.

 

In der anschlie­ßen­den poli­ti­schen Debat­te mach­ten die jewei­li­gen Frak­tio­nen ihre Stand­punk­te noch ein­mal deut­lich. An der gro­ßen Mehr­heit, die Ver­ständ­nis für die Ent­schei­dung des Land­ra­tes for­mu­lier­te, änder­te das aller­dings nichts mehr. Einer Mei­nung waren dann alle Kreis­tags­mit­glie­der bei der Ver­ab­schie­dung einer Reso­lu­ti­on zur Trans­at­lan­ti­schen Han­des- und Inves­ti­ti­ons­part­ner­schaft (TTIP). Dar­in unter­stützt der Mär­ki­sche Kreis das gemein­sa­me Posi­ti­ons­pa­pier der kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­de, dem Ver­band Kom­mu­na­ler Unter­neh­men (VKU) sowie dem Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter. In der Reso­lu­ti­on unter ande­rem: „Die Auf­ga­ben der Daseins­vor­sor­ge müs­sen wie bis­her durch die Städ­te, Land­krei­se, Gemein­den und ihre Unter­neh­men wahr­ge­nom­men wer­den können.“

 

Im nicht­öf­fent­li­chen Teil stimm­ten die Kreis­tags­mit­glie­der dem Kon­sor­ti­al­ver­trag zwi­schen den fünf Gesell­schaf­tern der Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­sell­schaft Süd­west­fa­len mbH (TKG) zu. Der Ver­trag, der unter Feder­füh­rung des Krei­ses erar­bei­tet wur­de, dient der lang­fris­ti­gen, soli­den und ver­ur­sa­cher­ge­rech­ten Finan­zie­rung der TKG. Gesell­schaf­ter sind der Hoch­sauer­land­kreis, der Kreis Olpe, der Kreis Soest, der Kreis Sie­gen-Witt­gen­stein sowie der Mär­ki­sche Kreis seit 1. Janu­ar 2013 mit einem Gesell­schaf­ter-Anteil von 21,43 Prozent.

 

Aus den von den Gesell­schaf­tern ein­ge­zahl­ten Stamm­ein­la­gen in Höhe von sie­ben Mil­lio­nen Euro wer­den die Inves­ti­tio­nen der TKG in die Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­fra­struk­tur in den jewei­li­gen Kreis­ge­bie­ten finan­ziert sowie die auf die jewei­li­ge Spar­te ent­fal­len­den antei­li­gen Kos­ten der Gesell­schaft gedeckt. Zudem wer­den u.a. Min­dest­be­trä­ge des Eigen­ka­pi­tals fest­ge­legt (für MK 300.000 €). Mit die­sem Geld kann die Breit­band-Ver­sor­gung im Kreis­ge­biet wei­ter ver­bes­sert werden.

 

Die TKG rea­li­sier­te bereits Pro­jek­te in Plet­ten­berg, Hemer, Lüden­scheid, Nach­rodt-Wib­lingwer­de und Alte­na. Wei­te­re sind aktu­ell in der Umset­zungs­pha­se, eini­ge schon geplant. Für den Mär­ki­schen Kreis erge­ben sich kei­ne Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen, da für ihn noch aus­rei­chend Finanz­mit­tel von aktu­ell 1,22 Mil­lio­nen Euro bei der TKG vor­han­den sind.

Die von einem Medi­um vor der Sit­zung in die Öffent­lich­keit gebrach­te Infor­ma­ti­on, der Mär­ki­sche Kreis müs­se die Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­sell­schaft mit jähr­lich 300.000 Euro stüt­zen und habe ein Dar­le­hen an die TKG gewährt, sei falsch, erklär­te Land­rat Tho­mas Gemke.

Vor Ein­tritt in die Tages­ord­nung gedach­ten die Kreis­tags­mit­glie­der Geza Lang aus Lüden­scheid. Der Kreis­tags­ab­ge­ord­ne­te von Bünd­nis 90/​Die Grü­nen war am 30. April ver­stor­ben. Für Lang rück­te die Geschäfts­füh­re­rin der Grü­nen-Kreis­tags­frak­ti­on, Elke Olbrich-Tripp aus Iser­lohn, erneut in den Kreis­tag ein.