Iser­lohn: His­to­ri­sches Gar­ten­haus bleibt erhal­ten

30. Januar 2013
von Redaktion

Bei einem Pressetermin erläuterten (v.l.) Michael Knaack von der Abteilung Baufaufsicht und Denkmalpflege, Olaf Pestl, Leiter des Ressorts Planen, Bauen, Umwelt- und Klimaschutz, Gustav Edelhoff als Eigentümer und Lobbe-Bauleiter Hans-Hermann Hupach die Pläne für die Umsetzung des historischen Gartenhauses

Bei einem Pres­se­ter­min erläuterten (v.l.) Micha­el Knaack von der Abtei­lung Bauf­auf­sicht und Denk­mal­pfle­ge, Olaf Pestl, Lei­ter des Res­sorts Pla­nen, Bau­en, Umwelt- und Kli­ma­schutz, Gus­tav Edel­hoff als Eigen­tü­mer und Lob­be-Bau­lei­ter Hans-Her­mann Hupach die Pläne für die Umset­zung des his­to­ri­schen Gar­ten­hau­ses


Iser­lohn. (Mär­ki­scher Kreis) Nach einem län­ge­ren Ent­schei­dungs­pro­zess um den Erhalt des his­to­ri­schen Gar­ten­hau­ses an der Hans-Böck­ler-Stra­ße 18 haben die Stadt Iser­lohn und die Hell­weg Immo­bi­li­en GmbH als Eigen­tü­me­rin des Gar­ten­hau­ses, ver­tre­ten durch ihren Geschäft­füh­rer Gus­tav Edel­hoff, jetzt eine Kom­pro­miss­lö­sung gefun­den:
Gus­tav Edel­hoff hat sich bereit erklärt, das bereits stark geschä­dig­te Gar­ten­haus abzu­bau­en, so dass es an einer ande­ren Stel­le im Iser­loh­ner Stadt­ge­biet wie­der auf­ge­baut wer­den kann. Die unte­re Denk­mal­be­hör­de der Stadt Iser­lohn hat die­sem Vor­schlag zuge­stimmt. Der Denk­mal­wert des Gebäu­des ist durch die star­ken Schä­den am Gebäu­de nach­weis­lich nicht mehr gege­ben.
Der neue Stand­ort steht noch nicht end­gül­tig fest. Im Gespräch sind der Fritz-Kühn-Platz oder das his­to­ri­sche Baren­dorf. Die Stand­ort­su­che geschieht in enger Abspra­che mit der Stadt Iser­lohn.
Bis die­se Fra­ge geklärt ist, wird das Gebäu­de erst ein­mal mit Unter­stüt­zung von Mit­ar­bei­tern aus dem Bereich Beschäf­ti­gungs­för­de­rung der Stadt Iser­lohn Teil für Teil abge­baut und zwi­schen­ge­la­gert. Dabei sol­len die alten Bau­tei­le wie die Zie­gel­aus­maue­run­gen, das  Eichen­fach­werk und die Dach­kon­struk­ti­on nach Mög­lich­keit erhal­ten blei­ben. Nach der Stand­ort­fin­dung wird das Gebäu­de dort dann ori­gi­nal­ge­treu wie­der auf­ge­baut. Die Umset­zung des Gar­ten­hau­ses wird von der unte­ren Denk­mal­be­hör­de der Stadt Iser­lohn beglei­tet.
Damit die mäch­ti­gen Blut­bu­chen, die links und rechts neben dem Gar­ten­haus ste­hen, kei­nen Scha­den neh­men, bleibt der Kel­ler, der sich unter dem Gar­ten­haus befin­det, an sei­nem jet­zi­gen Stand­ort erhal­ten und wird was­ser­dicht abge­deckt. Die Eigen­tü­me­rin denkt hier noch über eine wei­te­re Nut­zung nach.
Eine his­to­ri­sche Dar­stel­lung Iser­lohns, die um 1840 ent­stan­den ist, zeigt, dass die­ses Gar­ten­haus schon bestan­den hat, bevor das Wohn­haus errich­tet wur­de. Zu der Zeit war das Grund­stück im Eigen­tum von Johann Rie­del, der ein Wohn­haus unweit des mit einer Mau­er umfrie­de­ten Grund­stücks an der Unna­er Stra­ße besaß. Rie­del stamm­te aus einer Iser­loh­ner Kauf­manns­fa­mi­lie und gehör­te zur geho­be­nen Iser­loh­ner Gesell­schaft. Das geht schon aus der Tat­sa­che her­vor, dass sei­ne Schwes­ter mit dem Unter­neh­mer und Land­rat Peter Eber­hard Müllen­sie­fen ver­hei­ra­tet war.
„Gut sicht­bar und erleb­bar soll­te das alte Gar­ten­haus an einem neu­en Stand­ort wie­der zur Gel­tung kom­men. Die Stadt Iser­lohn möch­te, dass die­ses Gebäu­de wie­der mit Leben erfüllt und der Bevöl­ke­rung zugäng­lich gemacht wird, da es – trotz des sehr schlech­ten Erhal­tungs­zu­stands – ein gelun­ge­nes his­to­ri­sches Zeug­nis gibt. Mit der geplan­ten Umset­zung kön­nen wir die­ses Ziel zumin­dest teil­wei­se errei­chen”, so Olaf Pestl, Lei­ter des Res­sorts Pla­nen, Bau­en, Umwelt- und Kli­ma­schutz der Stadt Iser­lohn.