Immis­si­ons­schutz über­prüft schäd­li­che Umwelteinflüsse

23. August 2013
von Redaktion

Immis­si­ons­schutz über­prüft schäd­li­che Umwelteinflüsse

Sprengung im Steinbruch der Rheinkalk in Menden, Foto Erkens/Märkischer Kreis

Spren­gung im Stein­bruch der Rhein­kalk in Men­den, Foto Erkens/​Märkischer Kreis

Mär­ki­scher Kreis. (pmk). Lärm und Erschüt­te­run­gen, Licht und Schat­ten, Gerü­che und Schad­stof­fe in der Luft – es gibt vie­le Umwelt­ein­flüs­se, durch die Men­schen sich beläs­tigt und in ihrer Gesund­heit beein­träch­tigt füh­len. In einer Indus­trie­re­gi­on wie dem Mär­ki­schen Kreis las­sen sich sol­che Umwelt­fak­to­ren nicht ganz aus­schal­ten. Gesun­des Leben und Woh­nen der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger soll­te aber immer gewähr­leis­tet sein. Dafür setzt sich der Immis­si­ons­schutz des Mär­ki­schen Krei­ses ein.

„Die Wahr­neh­mung von Belas­tungs­si­tua­tio­nen ist sehr indi­vi­du­ell”, weiß Mar­kus Geis­bau­er vom Immis­si­ons­schutz. „In der Stadt fällt die Bahn, die alle paar Minu­ten vor­bei rat­tert, kaum auf – auf dem Land stört oft schon das spo­ra­di­sche Moto­ren­ge­räusch eines vor­bei­fah­ren­den Autos oder Motor­rads,” nennt er als Bei­spiel. Der Gesetz­ge­ber gibt vor, wel­che Lärm­wer­te in Gebie­ten wie zum Bei­spiel Wohn­ge­bie­ten, Misch­ge­bie­ten oder Gewer­be­ge­bie­ten hin­zu­neh­men sind. Der Mär­ki­sche Kreis prüft, ob ein Betrieb schäd­li­che Umwelt­ein­wir­kun­gen ver­ur­sacht, und ver­an­lasst gege­be­nen­falls Rege­lun­gen zum Schutz der Nachbarn.

 

Elf Mitarbeiter/​innen des Fach­diens­tes Bau­auf­sicht und Immis­si­ons­schutz über­wa­chen die Ein­hal­tung von gesetz­li­chen Rege­lun­gen und Geneh­mi­gungs­auf­la­gen bei Betrie­ben und Indus­trie­an­la­gen durch regel­mä­ßi­ge oder anlass­be­zo­ge­ne Über­prü­fun­gen. Bei Bau­vor­ha­ben ins­be­son­de­re in gemisch­ten Wohn- und Gewer­be­ge­bie­ten wer­den sie als Gut­ach­ter ein­ge­schal­tet. Bei Beschwer­den von Bür­gern über Immis­sio­nen durch einen Gewer­be- oder Indus­trie­be­trieb oder eine Wind­kraft­an­la­ge prü­fen die Mit­ar­bei­ter des Mär­ki­schen Kreis die Belas­tungs­si­tua­ti­on im Ein­zel­fall. Jähr­lich geht der Mär­ki­sche Kreis rund 250 Beschwer­den nach.

 

Stän­dig im Visier der Immis­si­ons­schüt­zer sind dabei unter ande­rem die 16 Stein­brü­che im Mär­ki­schen Kreis. Bei einer Rou­ti­ne­kon­trol­le über­zeu­gen sich Chris­ti­ne Vogt und Mar­kus Geis­bau­er die­ses Mal beim Werk der Rhein­kalk GmbH im Hön­ne­tal davon, dass die Spren­gung ord­nungs­ge­mäß abläuft. Im Stein­bruch lockert und zer­trüm­mert eine Spren­gung bis zu 10.000 Kubik­me­ter Gestein. Moder­ne Spreng­tech­nik soll die Erschüt­te­rung in der Umge­bung auf ein Mini­mum redu­zie­ren. Und tat­säch­lich ist die eigent­li­che Deto­na­ti­on vor Ort rela­tiv unspek­ta­ku­lär: ein dump­fes, nicht mal lau­tes Geräusch, her­ab­rut­schen­des Geröll und eine Staub­wol­ke. In ein paar Sekun­den ist alles vor­bei. Aller­dings setzt die Ener­gie, die im Unter-grund wirkt, mecha­ni­sche Wel­len in Bewe­gung. Sie wer­den in den Häu­sern der angren­zen­den Orte Eis­born und Dei­ling­ho­fen als leich­te Erschüt­te­rung oder als kur­zes Erzit­tern wahr­ge­nom­men. Je nach Wit­te­rungs­la­ge trägt die Luft den Schall, ein dunk­les Grum­meln, und Staub­par­ti­kel unter­schied­lich weit.

 

„Seis­mo­gra­fen mes­sen die Erschüt­te­rung direkt im Kalk­werk und in den bei­den Nach­bar­or­ten”, erläu­tert Geis­bau­er. Auch die Lärm­ent­wick­lung wird sofort mit einem Mess­ge­rät erfasst. Zur Erfas­sung der Staub­ent­wick­lung errech­nen die Immis­si­ons­schüt­zer einen Jah­res­mit­tel­wert. Nach dem Ber­ger­hoff-Ver­fah­ren sam­meln sie dafür monat­lich Pro­ben in nor­mier­ten Glas­ge­fä­ßen, die in einem Draht­korb in ca. 1,50 Meter Höhe auf­ge­stellt wer­den. Die nie­der­ge­gan­ge­ne Staub­mas­se wird bestimmt, indem die Pro­be, die oft­mals auch Regen­was­ser ent­hält, zunächst ein­ge­dampft und danach der Tro­cken­rück­stand gewo­gen wird.

 

Jede Spren­gung wird von dem Unter­neh­men detail­liert pro­to­kol­liert. „Das ist Vor­schrift”, erklärt der Betriebs­lei­ter Bernd Lan­gen­horst. Zusätz­lich filmt das Unter­neh­men jede Spren-gung zur Doku­men­ta­ti­on. „So kön­nen wir im Nach­hin­ein even­tu­el­le Feh­ler bei der Spren­gung nach­voll­zie­hen und beim nächs­ten Mal ver­mei­den”, ergänzt Lan­gen­horst. An guter Nach­bar­schaft liegt der Rhein­kalk offen­bar viel. So beschränkt das Unter­neh­men von sich aus die Spreng­zeiten auf Mon­tag und Mitt­woch zwi­schen 11 und 12 Uhr. „Auf sol­che fes­ten Zei­ten, kön­nen sich Anwoh­ner ein­rich­ten. Das ist aber nicht über­all die Regel. Ande­re Unter­neh­men geben zwar den Tag bekannt, nicht aber die Uhr­zeit. Oft war­ten dann die Anwoh­ner ange­spannt dar­auf, wann die Spren­gung erfolgt”, meint Mar­kus Geis­bau­er. Auch hat die Betriebs­lei­tung des Unter­neh­mens Mel­de­zet­tel in den Nach­bar­or­ten ver­teilt. So kön­nen die Anwoh-ner zeit­nah und gezielt über Auf­fäl­lig­kei­ten bei ein­zel­nen Spren­gun­gen berich­ten und das Unter­neh­men kann ent­spre­chend reagie­ren. Sol­che Hin­wei­se auf vor­bild­li­che Vor­ge­hens­wei­sen nimmt der Immis­si­ons­schutz ger­ne auf und gibt sie bei sei­nen Bera­tungs­ge­sprä­chen an ande­re Unter­neh­men wei­ter – immer im Bemü­hen, die die Stan­dards in Betrie­ben und Anla­gen auch wei­ter­hin zu verbessern.