Gut­ach­ten zur Wild­un­fall­si­tua­ti­on im Mär­ki­schen Kreis

22. Januar 2013
von Redaktion

 

Wildunfälle vermeiden, Foto: Erkens/Märkischer Kreis

Wild­un­fäl­le ver­mei­den, Foto: Erkens/Märkischer Kreis­Mär­ki


Mär­ki­scher Kreis. (pmk). Das Modell­pro­jekt zur Ver­mei­dung und Redu­zie­rung von Wild­un­fäl­len im Mär­ki­schen geht in die zwei­te Pha­se. Im ver­gan­ge­nen Jagd­jahr (1.4.2011 bis 31.3.2012) fie­len auf den Stra­ßen im Mär­ki­schen Kries 610 Rehe und 59 Wild­schwei­ne dem Auto­ver­kehr zum Opfer. In Zusam­men­ar­beit mit der Kreis­po­li­zei­be­hör­de, der Kreis­jä­ger­schaft und dem  Mär­ki­schen Kreis hat die For­schungs­stel­le für Jagd­kun­de und Wild­scha­dens­ver­hü­tung des Lan­des­be­triebs Wald und Holz NRW das Stra­ßen­um­feld an 10 Wild­un­fall­schwer­punk­ten (WUS) im Kreis unter­sucht: Der Wild­bio­lo­ge und Land­schafts­öko­lo­ge Frank Heu­te kar­tier­te und ana­ly­sier­te Wild­wech­sel, das Ange­bot von Äsung und Deckung, forstliche/landwirtschaftliche Bewirt­schaf­tung und topo­gra­fi­sche Beson­der­hei­ten.
 
Wild­un­fäl­le ereig­nen sich wäh­rend des gan­zen Jah­res, häu­fen sich aber im April/ Mai sowie im Oktober/November. Im Tages­ver­lauf pas­si­en die meis­ten Wild­un­fäl­le zwi­schen 5 und 8 Uhr sowie zwi­schen 17.30 und 23.30 Uhr. Im Umfeld von Wild­un­fall­stel­len befin­den sich häu­fig Dickun­gen, in denen Wild bei Tag Zuflucht fin­det. Fähr­ten­dich­te, Gebräch und Ver­biss im Umfeld der Unfall­stel­len wei­sen auf hohe loka­le Wild­dich­ten hin.
 
Für 22 Revie­re, die im Bereich von Wild­un­fall­schwer­punk­ten lie­gen, wur­den die Stre­cken für Reh- und Schwarz­wild und der Anteil von Ver­kehrs­ver­lus­ten und sons­ti­gem Fall­wild ermit­telt. Die Gut­ach­ten der For­schungs­stel­le für Jagd­kun­de und Wild­scha­den­ver­hü­tung ent­hal­ten Beja­gungs­emp­feh­lun­gen für Revie­re mit hoher Wild-unfall­ra­te. Zum Bei­spiel wird emp­foh­len, so vie­le Schmal­re­he und Reh­bö­cke wie mög­lich bereits im Mai zu erle­gen. Die Wan­de­run­gen von Schmal­re­hen und Jähr­lin­gen im Mai/Juni sind eine Haupt­ur­sa­che für ver­mehr­tes Fall­wild. Beson­ders wich­tig sei auch die voll­stän­di­ge Erfül­lung des Abschus­ses beim weib­li­chen Reh­wild. Ricken, Schmal­re­he und Kit­ze soll­ten bereits im Sep­tem­ber inten­siv bejagt wer­den.
 
In grö­ße­ren zusam­men­hän­gen­den Wäl­dern ist die Erfül­lung des Abschus­ses durch die Ein­zel­jagd nahe­zu unmög­lich. Statt­des­sen soll­ten sorg­fäl­tig geplan­te Gesell­schafts­jag­den durch­ge­führt wer­den. Die­se sind meist sehr effi­zi­ent und kön­nen wesent­lich zur Min­de­rung von Jagd­druck und Wild­un­fall­auf­kom­men bei­tra­gen. Das gilt auch für die Beja­gung des Schwarz­wil­des. Beim Schwarz­wild soll­ten die Jäger außer­dem Frisch­lin­ge, die ganz­jäh­rig bejagt wer­den dür­fen, bei jeder sich bie­ten­den Gele­gen­heit erle­gen. Als wei­te­re Unfall­ver­hü­tungs­maß­nah­men wer­den in den Gut­ach­ten u.a. das Roden der Böschungs­ve­ge­ta­ti­on, die Rodung von Sicht­bar­rie­ren, die Anbrin­gung von Wild­warn­re­flek­to­ren und die Auf­stel­lung von Warn­schil­dern genannt.
 
Auf der Basis der Hand­lungs­emp­feh­lun­gen will die Unte­re Jagd­be­hör­de des Mär­ki­schen Krei­ses im kom­men­den Früh­jahr mit den Jagd­aus­übungs­be­rech­tig­ten Lösungs­mög­lich­kei­ten zur Ver­min­de­rung der Wild­un­fäl­le bespre­chen.
 
Im Rah­men des Modell­pro­jek­tes hat der Fach­dienst „Geo­gra­fi­sche Infor­ma­ti­ons­sys­te­me der Kreis­ver­wal­tung die Wild­un­fäl­le, die sich seit 1997 auf den klas­si­fi­zier­ten Stra­ßen im Mär­ki­schen Kreis ereig­net haben, anhand von Daten der Poli­zei in einer Kar­te dar­ge­stellt. Die­se Kar­te kann auf der Home­page des Mär­ki­schen Krei­ses www.maerkischer-kreis.de, Stich­wort ‚Wild­un­fäl­le’ ein­ge­se­hen wer­den.