Gefähr­li­cher Trend durch Coro­na-Angst – Pati­en­ten scheu­en Weg in die Kli­nik

9. April 2020
von Redaktion

Dr. Lich­ten­berg erläu­tert den vor­ge­se­he­nen zusätz­li­chen Ser­vice für zuwei­sen­de Ärz­te, Kli­ni­ken und Pati­en­ten.

Coro­na-Angst: Pati­en­ten mit schwe­ren Erkran­kun­gen kom­men zu spät in die Kli­nik

Kli­ni­kum Hoch­sauer­land bie­tet mit Video­sprech­stun­de neu­en Ser­vice für Pati­en­ten mit Gefäß­er­kran­kun­gen

Zuneh­mend mehr Men­schen scheu­en aktu­ell selbst bei schwe­ren Erkran­kun­gen den Weg in die Arzt­pra­xis oder die Kli­nik – ent­we­der aus Angst, sich mit dem Coro­na­vi­rus zu infi­zie­ren oder aus Sor­ge die Häu­ser sei­en mit Coro­na-Pati­en­ten voll belegt.

Pati­en­ten kamen zu spät in die Kli­nik – Ampu­ta­tio­nen konn­ten nicht mehr ver­hin­dert wer­den

Dr. Micha­el Lich­ten­berg, Prä­si­dent der Deut­schen Gesell­schaft für Angio­lo­gie und Chef­arzt der Kli­nik für Angio­lo­gie im Kli­ni­kum Hoch­sauer­land schlägt Alarm: „Wir haben in den letz­ten Tagen häu­fi­ger als sonst erle­ben müs­sen, dass Dia­be­ti­ker und Pati­en­ten mit einer arte­ri­el­len Ver­schluss­krank­heit viel zu spät in die Kli­nik kamen. Bei ein­zel­nen Pati­en­ten war die Gefäß­er­kran­kung schon so stark fort­ge­schrit­ten, dass nur noch eine Ampu­ta­ti­on ein­zel­ner Zehen oder von Tei­len des Fußes infra­ge kam.“

Apell an die Pati­en­ten

Sein Appell vor allem an Dia­be­ti­ker und Pati­en­ten mit einer arte­ri­el­len Ver­schluss­krank­heit: „Wen­den Sie sich recht­zei­tig an Ihren Arzt, wenn Sie Schmer­zen in den Füßen oder Bei­nen haben! Das gilt ins­be­son­de­re auch, wenn sich die Zehen und Füße farb­lich ver­än­dern oder offe­ne Wun­den an den Bei­nen bestehen.
Nur wenn Pati­en­ten mit Gefäß­er­kran­kun­gen recht­zei­tig in Behand­lung bege­ben, kann ein Abster­ben der Glied­ma­ßen – und damit eine Ampu­ta­ti­on – ver­hin­dert wer­den“, warnt Dr. Lich­ten­berg.

Ver­sor­gung nicht auf Coro­na beschränkt

Im Zwei­fel den Haus­arzt kon­tak­tie­ren

Dr. Dirk Böse, Chef­arzt der Kli­nik für Kar­dio­lo­gie und stell­ver­tre­ten­der Ärzt­li­cher Direk­tor der Arns­ber­ger Stand­or­te des Kli­ni­kums Hoch­sauer­land macht deut­lich: „Auch wenn die Coro­na­kri­se der­zeit die Nach­rich­ten domi­niert, set­zen wir im Kli­ni­kum Hoch­sauer­land alles dar­an, eine brei­te und hoch­wer­ti­ge sta­tio­nä­re Gesund­heits­ver­sor­gung für erkrank­te Men­schen in der Regi­on zu gewähr­leis­ten. Am Kli­ni­kum Hoch­sauer­land, Stand­ort Mari­en­hos­pi­tal in Arns­berg, haben wir die ambu­lan­te Abklä­rung und sta­tio­nä­re Ver­sor­gung von Coro­na-Erkran­kun­gen gebün­delt. Das ist auch ein zusätz­li­cher Schutz für die Pati­en­ten in unse­ren drei ande­ren Kran­ken­häu­sern.“ Im St. Johan­nes-Hos­pi­tal in Neheim, dem Karo­li­nen-Hos­pi­tal in Hüs­ten sowie dem St. Wal­bur­ga-Kran­ken­haus in Mesche­de läuft das bestehen­de Ver­sor­gungs­spek­trum soweit mög­lich wei­ter. Alle medi­zi­nisch not­wen­di­gen Behand­lun­gen, in denen ein Auf­schub der Behand­lung ein kon­kre­tes, zeit­na­hes medi­zi­ni­sches Risi­ko bedeu­ten wür­de fin­den statt. Ein­grif­fe, die ver­scho­ben wer­den kön­nen, wie bei­spiels­wei­se Ope­ra­tio­nen im Bereich der
Endo­pro­the­tik, wer­den ggf. auf einen spä­te­ren Zeit­punkt ver­legt. Gebur­ten, Not­fäl­le sowie drin­gen­de Behand­lun­gen, bei­spiels­wei­se bei Herz‑, Gefäß‑, Krebs- und ande­ren schwe­ren Erkran­kun­gen, wer­den unein­ge­schränkt sicher­ge­stellt. „Pati­en­ten soll­ten eige­ne Lei­den daher nicht hin­ten anstel­len und in Zwei­fels­fäl­len lie­ber zumin­dest tele­fo­nisch Kon­takt mit dem Haus­arzt oder der Kli­nik auf­neh­men“, emp­fiehlt Dr. Böse.

Neu­er zusätz­li­cher Ser­vice: Video­sprech­stun­de der Gefäß­me­di­zin in Vor­be­rei­tung

Um Pati­en­ten mit Gefäß­er­kran­kun­gen gera­de auch in die­ser schwie­ri­gen Zeit zur Sei­te zu ste­hen, haben die Kli­nik für Angio­lo­gie und die Kli­nik für Gefäß­chir­ur­gie neben den übli­chen Sprech­stun­den mit einer VIDEO­SPRECH­STUN­DE einen zusätz­li­chen Ser­vice für zuwei­sen­de Ärz­te, Kli­ni­ken und Pati­en­ten vor­be­rei­tet.
Die Video­sprech­stun­de kann genutzt wer­den, sobald die erfor­der­li­chen Geneh­mi­gun­gen vor­lie­gen. Die Hand­ha­bung ist ein­fach. Benö­tigt wird ledig­lich ein digi­ta­les End­ge­rät, wie ein Smart­pho­ne, PC oder Tablet mit ein­ge­rich­te­ter E‑Mail-Adres­se. Ter­mi­ne für die Video­sprech­stun­de der Gefäß­me­di­zin kön­nen über das Kli­nik-Sekre­ta­ri­at unter Tel. 02932–952-242201 ver­ein­bart wer­den. Kurz vor dem ver­ein­bar­ten Ter­min erhält der Pati­ent einen Link per E‑Mail zuge­schickt. Die­ser Link führt nach einem Klick direkt in den Video­kon­fe­renz­raum der Gefäß­me­di­zin. Dort neh­men erfah­re­ne Fach­ärz­te für Angio­lo­gie und Gefäß­chir­ur­gie das Anlie­gen ent­ge­gen.