CDU-Ortsverband Hüsten blickt auf Gründung vor 75 Jahren zurück

 

 

Hüsten. Am 11. August 1945, nur drei Monate nach Kriegsende, wurde im Haus Hüsten der Ortsverband einer christlich-demokratische Partei gegründet.

Gymnasiallehrer war Initiator

Treibende Kraft war Dr. Heinrich Thöne. Dieser war Lehrer am Gymnasium in Arnsberg und 1938 von den Nationalsozialisten aus dem Dienst entfernt worden. Er lebte in Hüsten bei seinem Bruder, der Vikar in St. Petri war. Beide wohnten im Haus Hüsten.

Hier trafen sich seit Juni 1945 wöchentlich etwa 20 Männer. Die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse brachten es mit sich, dass nur Männer beteiligt waren. Sie diskutierten über die politische Lage und gründeten am 11. August nach dem Vorbild der größeren Städte die Christlich-Demokratische Partei (CDP), die sich später in CDU umbenannte.

Zum Vorsitzenden wurde Professor Beiler, Franz Rahmann senior zu seinem Stellvertreter gewählt. Josef Pater wurde erster Schriftführer, Gerhard Teriet sein Vertreter. Zum Gründungsvorstand zählten weiterhin Eberhard Lenze und Anton Pape. Da Professor Beiler im Oktober 1945 aus beruflichen Gründen Hüsten verließ, übernahm Franz Rahmann senior den Vorsitz.

Seit 1974 gemeinsam mit Neheim

Bis 1974 blieb die CDU Hüsten ein selbständiger Ortsverband. Kurz vor der kommunalen Gebietsreform im Jahr 1975 schloss er sich mit dem Ortsverband Neheim zur CDU Neheim–Hüsten zusammen. 1994 erfolgte die Trennung in zwei selbständige Ortsverbände Neheim und Hüsten. Thomas Buchmann wurde zum ersten Vorsitzende des neuen CDU-Ortsverbands Hüsten gewählt. 2002 löste Rupert Schulte ihn als Vorsitzender ab. Seit 2017 führt Dr. Gerhard Webers die Hüstener CDU.

Gründungsmitglied wurde Bürgermeister

Gründungsmitglied Gerhard Teriet wurde 1956 in den Rat der Stadt Neheim-Hüsten gewählt. Nach der kommunalen Gebietsreform im Jahr 1975 bekleidete er bis 1984 das Amt des Bürgermeisters der neuen Stadt Arnsberg. Am 9. Januar 1987 wurde er zum Ehrenbürge ernannt.

Dank an verdiente Mitglieder

Der Dank der Hüstener CDU richtet sich an die Frauen und Männer, die in der Vergangenheit die politische Arbeit geprägt haben. Zu nennen sind das älteste Hüstener CDU-Mitglied Margret Decker, die von 1975 bis 1984 dem Rat der Stadt Arnsberg angehörte, sowie die früheren Ratsmitglieder Heinz Niermann (1969 bis 1979), Franz Rahmann (1984 bis 1994), Heinz-Dieter Schulte (1984 bis 1994), Thomas Buchmann (1999 bis 2006), Meinolf Linke (2006 bis 2009) und Monika Hunsinger (1989 bis 2009). Mit Hunsinger führte zum ersten Mal eine Frau von 1999 bis 2009 den Vorsitz im Bezirksausschuss Hüsten.

Ursula Beckmann als erste Frau im Amt des stellv. Landrats

Ursula Beckmann vertritt den Ortsteil Hüsten im Kreistag des Hochsauerlandkreises. 2009 wurde sie als erste Frau in das Amt einer Stellvertreterin des Landrats gewählt. Bei Ihrer ersten Wahl in den Kreistag im Jahr 1994 löste sie das langjährige Kreistagsmitglied Hans-Joachim Durchfeld ab.

Gute Arbeit und neue Generation

Die gute Arbeit im Ortsteil Hüsten wurde von den Wählerinnen und Wählern honoriert. Bei den Kommunalwahlen im Jahr 2009 gelang es Ursula Beckmann, Werner Ebbert, Günter Goßler und Dr. Gerhard Webers, alle Wahlbezirke in Hüsten direkt für die CDU zu gewinnen. Beckmann und Goßler beenden nach den Kommunalwahlen am 13. September nach jeweils 26 Jahren ihr kommunalpolitische Tätigkeit. Die nächste Generation wächst heran. Mit Lena Eggenhofer und Michael Peters möchten zwei junge CDU-Mitglieder künftig Verantwortung im Stadtrat übernehmen.

Stolz sind die Hüstener Christdemokraten auf das in den letzten Jahren Erreichte. Die Anlegung des Soleparks mit dem Gradierwerk, der Bau des Freizeitbades NASS und die Umgestaltung des Hüstener Ortskerns sind nur einige Punkte, die in den vergangenen Jahren maßgeblich von ihnen beschlossen bzw. mitverantwortet wurden. Die Christdemokraten verstehen sich als Kümmerer in der alten Freiheit Hüsten. Ihre Mandats- und Funktionsträger engagieren sich in Vereinen, Verbänden und Kirchengemeinden. Sie wissen, was die Bürgerinnen und Bürgern im Ort bewegt. Zur bevorstehenden Kommunalwahl wurde bereits im Mai 2020 ein Zehn-Punkte-Programm für Hüsten verabschiedet.#

Jubiläumsfeier aufgrund von Corona erst im kommenden Jahr

Eine Jubiläumsfeier wird es aufgrund der derzeitigen Pandemie-Lage leider nicht geben können. Der Vorstand der Hüstener CDU hofft, das 75jährige Bestehen des Ortsverbandes im kommenden Jahr begehen zu können. Dann steht ein weiteres Jubiläum an. Zum 75. Mal jährt sich die Verabschiedung des Neheim-Hüstener Programms. In der Zeit vom 26. Februar 1946 bis zum 1. März 1946 tagte im Karolinenhospital Hüsten unter der Leitung von Konrad Adenauer der Zonenausschuss der Christlich Demokratischen Union für die britische Zone. Das Gremium verabschiedete das Neheim-Hüstener Programm. Es gilt als das erste Grundsatzprogramm der Partei.