24.000 Sucht­kran­ke im Mär­ki­schen Kreis

25. März 2014
von Redaktion

Ambu­lan­te Reha­bi­li­ta­ti­on bie­tet eine Ausstiegschance

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Das Bild zeigt von links: Klaus Ebbing, Vol­ker Hol­län­der, Ste­fan Ter­tel, Hans-Jür­gen Vorm­schlag und Lothar Bud­din­ger. Foto: Holke/​Märkischer Kreis

Mär­ki­scher Kreis. (pmk) . 2.300 Men­schen aus dem Mär­ki­schen Kreis haben im ver­gan­ge­nen Jahr die Sucht­be­ra­tungs­stel­len auf­ge­sucht und um Hil­fe gebe­ten. Jetzt leg­ten die betei­lig­ten Insti­tu­tio­nen ihren Jah­res­be­richt vor.

Zufrie­den bli­cken Klaus Ebbing, Vol­ker Hol­län­der, Hans-Jür­gen Vorm­schlag, Ste­fan Ter­tel und Lothar Bud­din­ger als Lei­ter der an der Ambu­lan­ten Reha­bi­li­ta­ti­on betei­lig­ten Sucht­be­ra­tungs­stel­len auf das Jahr 2013 zurück.  240 Men­schen aus dem Mär­ki­schen Kreis haben Ange­bo­te zur ambu­lan­ten Reha­bi­li­ta­ti­on für Sucht­kran­ke genutzt. Die wohn­ort­nah an ver­schie­de­nen Stand­or­ten im Kreis durch­ge­führ­te ambu­lan­te Reha­bi­li­ta­ti­on wird von Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern der betei­lig­ten Bera­tungs­stel­len durchgeführt.

In Grup­pen- und Ein­zel­sit­zun­gen wer­den mit den abhän­gig­keits­kran­ken Reha­bi­li­tan­den indi­vi­du­el­le Wege zum sucht­mit­tel­frei­en Leben erar­bei­tet. Die ambu­lan­te Reha­bi­li­ta­ti­on dau­ert zwi­schen einem hal­ben und einem Jahr. Ein bis zwei Sit­zun­gen wöchent­lich sind die Regel“, erläu­tert Hans-Jür­gen Vorm­schlag, Lei­ter des Dia­ko­ni­schen Wer­kes Lüden­scheid – Plet­ten­berg.  Für die rund 24.000 abhän­gig­keits­kran­ken Men­schen ist damit ein wei­te­rer wich­ti­ger Bestand­teil des Sucht­hil­fe­sys­tems im Mär­ki­schen Kreis direkt vor Ort verfügbar.

Die Stand­or­te der ambu­lan­ten Reha­bi­li­ta­ti­on sind in Lüden­scheid, Plet­ten­berg und Men­den. Dar­über hin­aus bie­tet ARS MK in Iser­lohn, Men­den, Plet­ten­berg und Lüden­scheid Nach­sor­ge-grup­pen an. In die­sen Grup­pen kön­nen Men­schen, die ihre Reha­bi­li­ta­ti­on in sta­tio­nä­ren Ein­rich­tun­gen außer­halb des Krei­ses absol­viert haben, die gewon­ne­nen Erkennt­nis­se in ihrem gewohn­ten sozia­len Umfeld umset­zen und sich soweit sta­bi­li­sie­ren, dass ein sucht­mit­tel­frei­es Leben mög­lich ist.

Bevor eine ambu­lan­te oder sta­tio­nä­re Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­me grei­fen kann, steht in der Regel eine auf die indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­se ange­pass­te Bera­tung durch die Sucht­be­ra­tungs­stel­len im Mär­ki­schen Kreis. Rund 2.300 Kli­en­ten haben im letz­ten Jahr  den Weg in die Sucht­be­ra­tungs­stel­len gefun­den. Wie Ste­fan Ter­tel, Geschäfts­füh­rer der Anony­men Dro­gen­be­ra­tung, weiß, ist es oft zunächst der Druck des sozia­len Umfel­des –  sei­en es Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge, Arbeits­kol­le­gen, Freun­de oder Bekann­te – der dazu führt, dass die Betrof­fe­nen in der Bera­tungs-stel­le vor­spre­chen. Neben den Sucht­be­ra­tungs­stel­len und der Ambu­lan­ten Reha­bi­li­ta­ti­on für sucht­kran­ke Men­schen spie­len die Selbst­hil­fe­grup­pen, das betreu­te Woh­nen für sucht­kran­ke Men­schen sowie die bei­den psych­ia­tri­schen Kli­ni­ken mit ihrer sucht­spe­zi­fi­schen Behand­lung wei­te­re wesent­li­che Rol­len im Ver­sor­gungs­sys­tem des Mär­ki­schen Krei­ses. „Eine enge Zusam­men­ar­beit der Insti­tu­tio­nen ist für eine erfolg­rei­che Arbeit unum­gäng­lich“, so Vol­ker Hol­län­der, Geschäfts­füh­rer der Dia­ko­nie Mark-Ruhr.

Lothar Bud­din­ger, Lei­ter des Sozi­al­psych­ia­tri­schen Diens­tes und Psych­ia­trie­ko­or­di­na­tor des Mär­ki­schen Krei­ses ist sich mit den Geschäfts­füh­rern der ande­ren betei­lig­ten Insti­tu­tio­nen einig, dass für die Zukunft die The­men Spiel­sucht, Inter­net­sucht, Sucht im Alter sowie Metha­don­sub­sti­tu­ti­on für hero­in­ab­hän­gi­ge Men­schen von gro­ßer Wich­tig­keit sein werden.

In gemein­sa­mer Ver­ant­wor­tung für die Ver­sor­gung sucht­kran­ker Men­schen haben sich die Sucht­be­ra­tungs­stel­len im Mär­ki­schen Kreis im Jah­re 2008  über Kon­fes­si­ons- und Insti­tuts­gren­zen hin­weg zur „Ambu­lan­ten Reha­bi­li­ta­ti­on Sucht­kran­ker Men­schen im Mär­ki­schen Kreis“  (ARS MK) zusam­men­ge­schlos­sen. Infor­ma­tio­nen zur „Ambu­lan­ten Reha­bi­li­ta­ti­on“ sind in der Geschäfts­stel­le der ARS MK beim Dia­ko­ni­schen Werk Lüden­scheid – Plet­ten­berg, Bahn­hof­stra­ße 25, 58840 Plet­ten­berg, Tel. 02391/9540–20 oder bei den ein­zel­nen betei­lig­ten Bera­tungs­stel­len erhältlich.

 

Betei­lig­te Beratungsstellen :

 

•     Sozi­al­psych­ia­tri­scher Dienst Lüden­scheid, Wer­doh­ler Stra­ße 30,

Tel. 02351/966‑7610.

 

•     Dia­ko­ni­sches Werk Lüdenscheid-Plettenberg

in Plet­ten­berg, Bahn­hof­stra­ße 27, Tel. 02391/9540–20  sowie

in Lüden­scheid, Heed­fel­der Stra­ße 22, Tel. 02351/907457.

 

•     Öku­me­ni­sche Sucht­be­ra­tung Men­den, West­wall 19, Tel. 02373/2688.

 

•     Cari­tas Sucht­be­ra­tung Iser­lohn, Karl­stra­ße 15, Tel. 02371/818619.

 

•     Anony­me Dro­gen­be­ra­tung Iser­lohn, Am Dicken Turm 9, Tel. 02371/29777.