573. Belecker Sturm­tag fin­det statt – Auch im zwei­ten Coro­na-Jahr ohne Öffentlichkeit

15. Mai 2021
von Redaktion

 

Kul­tur- und Hei­mat­ver­ein Badu­likum setzt Böl­ler-Brauch­tum ohne Öffent­lich­keit fort – Besuch des mor­gend­li­chen „Sturm­hoch­am­tes“ in der Hei­lig Kreuz-Kir­che erwünscht

 

Der Belecker Sturm­tag erin­nert seit Jahr­hun­der­ten an den ver­geb­li­chen Ver­such angrei­fen­der Soes­ter Sol­da­ten, im Jah­re 1448 die dama­li­ge Stadt Belecke zu plün­dern. Der Kampf an der Belecker Stadt­mau­er war Teil der Soes­ter Feh­de (1444 bis 1449). Dies war der Krieg zwi­schen der abtrün­ni­gen Stadt Soest und ihrem frü­he­ren Lan­des­herrn, dem Erz­bi­schof von Köln, dem Belecke – wie vie­le ande­re Städ­te des kur­köl­ni­schen Sauer­lan­des auch – die Treue hielt.

Das Böl­lern am Sturm­tag fin­det statt – nur ohne Öffent­lich­keit. (Foto: Micha­el Sprenger)

Böl­lern als Erin­ne­rung des Gesche­hens vor 573 Jahren

Der erfolg­rei­chen Abwehr wird all­jähr­lich durch das vier­tel­stünd­li­che Böl­lern am Mitt­woch vor Pfings­ten von 05:00 Uhr bis 08:00 Uhr und einen Got­tes­dienst erin­nert. Dies soll auch im Jah­re 2021 so sein – wenn­gleich auch ganz anders, als es die Belecker Bür­ger­schaft und ihre zahl­rei­chen Gäs­te bis vor­letz­tes Jahr gewohnt waren. Denn im zwei­ten Coro­na-Jahr wird das Böl­lern wie­der­um ohne jede Öffent­lich­keit statt­fin­den müs­sen. Hans-Jür­gen Raulf, Vor­sit­zen­der des Kul­tur- und Hei­mat­ver­eins Badu­likum e. V. (KuH), erklärt: „Auch in die­sem Jahr wol­len wir den Sturm­tag trotz der wid­ri­gen Umstän­de nicht aus­fal­len las­sen. Wir müs­sen jedoch um Ver­ständ­nis dafür bit­ten, dass das tra­di­tio­nel­le Böl­lern unse­rer Belecker Sturm­tags­ka­no­nie­re unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit und allen­falls mit den ver­ant­wort­li­chen Ver­eins­mit­glie­dern und dem Orts­vor­ste­her statt­fin­den kann.”

Ein­la­dung zum „Sturm­hoch­amt”

Zum „Sturm­hoch­amt”, das von Pas­tor Ralf Hubert Brons­tert am 19. Mai um 08:00 Uhr in der Hei­lig Kreuz-Kir­che zele­briert wer­den wird, sind dage­gen alle Stadt­ver­tre­ter, die Belecker Ver­eins­ver­tre­ter und die Bevöl­ke­rung herz­lich ein­ge­la­den. Stell­ver­tre­tend für alle Ver­ei­ne sorgt die Bür­ger­schüt­zen­ge­sell­schaft Belecke für den Fah­nen­schmuck am Altar. Es gel­ten dort natür­lich die bekann­ten Coro­na-Regeln für den Got­tes­dienst­be­such. Noch ein­mal der KuH-Vor­sit­zen­de: „In frü­he­ren Jah­ren wur­de das „Sturm­hoch­amt” stets am Vor­mit­tag in wür­de­vol­ler Erin­ne­rung an das Jahr 1448 und den Tod des tap­fe­ren Bür­ger­meis­ters Wil­ke gefei­ert. Dar­an wol­len wir, wie schon ver­gan­ge­nes Jahr, erneut anknüpfen.”

Hof­fen auf unbe­sche­wer­ten 574. Sturmtag

Die gemein­sa­me Sturm­tags­fei­er am Abend muss wegen der aktu­el­len Beschrän­kun­gen eben­so wie Sin­gen der Belecker Nacht­wäch­ter­zunft am Vor­abend des Sturm­ta­ges und die lieb gewon­ne­nen Aktio­nen mit der Wes­ter­berg­schu­le lei­der gänz­lich aus­fal­len – nicht ohne die Hoff­nung auf einen unbe­schwer­ten 574. Sturm­tag im Jah­re 2022.

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