Wind des Atlan­tiks bläst bis nach Mesche­de

Nancy_PortraitMeschede.(aga) Nach „Cabo­Cu­ba­Jazz“ in 2014 kehrt die Mor­na mit Nan­cy Viei­ra zurück von den stei­ni­gen Inseln im Wind des Atlan­tiks nach Mesche­de. Nan­cy Viei­ra wur­de bereits zu Beginn ihrer Kar­rie­re als „die bes­te Stim­me ihrer Genera­ti­on” bezeich­net. Gebo­ren 1975 in Bissau, genau in dem Jahr als die Kap­ver­den ihre Unab­hän­gig­keit erlang­te. Vier Mona­te nach Nan­cys Geburt, zog die Fami­lie nach Pra­ia, in die neue Haupt­stadt auf der Insel San­tia­go, einem Archi­pel von zehn Inseln des Lan­des. Ihr Vater war Ama­teur-Musi­ker, Gitar­rist und Gei­ger, und wur­de zum Minis­ter für Ver­kehr und Kom­mu­ni­ka­ti­on in der neu­en Regie­rung ernannt. Als Nan­cy vier­zehn war, wur­de ihr Vater kap­ver­di­scher Bot­schaf­ter in Por­tu­gal. Nan­cy folg­te der Fami­lie aufs Fest­land, und nahm ein Stu­di­um der Sozio­lo­gie an der Uni­ver­si­tät von Lis­sa­bon auf. Neben­bei sang sie in Clubs, und gewann sogleich einen Wett­be­werb. Somit begann1996 ihre musi­ka­li­sche Kar­rie­re. Mit ihrer bemer­kens­wer­ten Stim­me und strah­len­den Per­sön­lich­keit, gehört Nan­cy Viei­ra zu den geschätz­ten Sän­ge­rin­nen in Por­tu­gal, die immer wie­der auch zu Duet­ten mit Fado – Künst­lern oder Pop­stars ein­ge­la­den wird. In den Tagen der por­tu­gie­si­schen Kolo­ni­al­herr­schaft war São Vicen­te ein intel­lek­tu­el­ler Schmelz­tie­gel. Nan­cy Viei­ra ging dort zur Schu­le und sog beson­ders die Klän­ge am Hafen von Min­de­lo auf: Fado, Mor­na, Cola­de­ras, bri­ti­scher Pop und kuba­ni­scher Rum­ba haben sie in ihrer Kind­heit sehr beein­flusst. In Min­de­lo traf sich die ange­sag­te Sze­ne, aber es war auch Hei­mat­ort von Cesa­ria Evora. Sie sind sich jedoch nur ein­mal, kurz vor ihrem Tod im Jahr 2011, per­sön­lich begeg­net. Wie Cesa­ria Evora, so hat auch Nan­cy Viei­ra ihr Reper­toire sorg­fäl­tig zusam­men­ge­stellt. Abge­se­hen von den kap­ver­di­schen Klas­si­kern, singt sie auch moder­ne Stü­cke. Nan­cy wagt sich poe­tisch in Gebie­te, die von den gro­ßen Mor­na Sän­gern wie Cesa­ria Evora bis­her nicht erforscht wur­den. Der werk­kreis kul­tur mesche­de hat das Quar­tett im Rah­men des Klang­kos­mos Welt­mu­sik in NRW am Sams­tag, 17.09.16 ab 20 Uhr im Bür­ger­zen­trum Alte Syn­ago­ge Mesche­de in der Kamp­str. 8 ein­ge­la­den. Die Tickets kön­nen in den Bür­ger­bü­ros der Stadt Mesche­de (T. 0291205136) für 10 € erwor­ben wer­den, oder gegen 13 € an der Abend­kas­se.  Wei­te­re Infos zur Band und zum Fes­ti­val unter  www.klangkosmos-nrw.de  Die por­tu­gie­si­sche Gemein­de Mesche­de wird sich sicher­lich freu­en, ein­mal wie­der Lie­der von der gro­ßen sau­da­de in ihrer Hei­mat­spra­che zu hören.
Foto: alba­KUL­TUR