Klez­mer in der Alten Syn­ago­ge

Vale­ri­ya Shish­ko­va singt Jid­di­sche Lie­der
V. Shishkova Vanderer-prMesche­de. Klez­mer und jid­di­sche Lie­der – das ist Musik, die im Bür­ger­zen­trum Alte Syn­ago­ge in Mesche­de ihren ange­mes­se­nen Auf­füh­rungs­ort fin­det. Zu einem Nach­mit­tags­kon­zert mit die­ser Musik lädt das Bür­ger­zen­trum am kom­men­den Sonn­tag ein. Aus Dres­den kommt die Sän­ge­rin Vale­ri­ya Shish­ko­va nach Mesche­de, um in einem Lie­der­abend mit der Über­schrift „Eine Hälf­te von mir, eine Hälf­te von dir“ einen Ein­druck von die­ser alten Kul­tur zu ver­mit­teln.
Ein Mensch ist immer ein „Gemisch“. In ihm ist ein Teil von ihm selbst und ein Teil von den ande­ren – von den Eltern, von den Freun­den, von denen, die er liebt. Und wenn ein Mensch in einem Land auf die Welt gekom­men ist, doch dann in einem ande­ren Land lebt, so ist in ihm immer ein Teil sei­nes Vol­kes und auch ein Teil des ande­ren Vol­kes. Und ist die­ser Mensch ein Jude, dann gibt es in ihm noch zusätz­lich jahr­hun­der­te­al­te gespei­cher­te Erfah­run­gen der Ver­schmel­zung mit ande­ren Kul­tu­ren wie auch der Ver­trei­bung aus ihnen. Die Spra­che, die er spricht, die Melo­di­en, die er in sei­nem Her­zen bewahrt – all das ist zum Teil von sei­nem Volk geschaf­fen, aber auch zum Teil von jenen Völ­kern, bei denen sein Volk gelebt hat.
Davon erzählt die­ser Abend, an dem jid­di­sche Lie­der erklin­gen – Lie­der jüdi­scher Autoren und eini­ge eige­ne Lie­der der Sän­ge­rin. Dazu gehö­ren ihre Kom­po­si­tio­nen nach Gedich­ten der israe­li­schen Dich­ter Lev Berinsky und Michoel Fel­sen­baum, die bei­de zu den weni­gen und mög­li­cher­wei­se letz­ten Autoren gehö­ren, die nicht in Hebrä­isch, son­dern in ihrer jid­di­schen Mut­ter­spra­che schrei­ben.
Vale­ri­ya Shish­ko­va besitzt die Gabe, Lie­der mit einer gro­ßen und ergrei­fen­den Emo­tio­na­li­tät so spür­bar und mit Herz­blut zu gestal­ten, dass sich wohl nie­mand im Raum die­sem beson­de­ren Zau­ber ent­zie­hen kann.
Beglei­tet wird die Sän­ge­rin vom Duo „Di Van­de­rer”, das sind Ser­gey Trem­bits­ky (Kla­vier, Flö­te) und Gen­na­diy Nep­om­nj­schiy, (Kla­ri­net­te). Im Jahr 2007 haben sich die zwei talen­tier­ten jüdi­schen Musi­ker zusam­men gefun­den, um ihre Lie­be zu ihrer eige­nen Musik­kul­tur auch in Deutsch­land zu leben. Anfangs haben sie bei jüdi­schen Fei­er­ta­gen in der Jüdi­schen Gemein­de zu Dres­den musi­ziert, mitt­ler­wei­le sind sie auch auf den Büh­nen Dres­dens und ande­rer Städ­te zu Hau­se. Seit 2008 tre­ten Valeri­ja Shis­ko­va und „Di Van­de­rer“ gemein­sam auf.
Ter­min: Sonn­tag, 28.2. – 17.00 Uhr Ort: Bür­ger­zen­trum Alte Syn­ago­ge Mesche­de, Kamp­stra­ße Ein­tritt: 20 €, auch ermä­ßig­te Kar­ten Ver­kauf: im Vor­ver­kauf in den Mesche­der Bür­ger­bü­ros (Tel.: 0291/205–136) und danach an der Kon­zert­kas­se.