Den klas­si­schen Alko­ho­li­ker gibt es nicht mehr …

AKIS im HSK lädt Selbst­hil­fe­grup­pen und Gesprächs­krei­se zum Aus­tausch zum The­ma „Sucht“ sucht_treffen_19-07-2016
Hochsauerland/Arnsberg. “Eine Selbst­hil­fe­grup­pe für Selbst­hil­fe­grup­pen”, heißt es am Diens­tag­abend augen­zwin­kernd im Bür­ger­zen­trum Arns­berg – doch es ist viel mehr: Zum ers­ten Mal sto­ßen die ver­schie­de­nen Sucht-Selbst­hil­fe­grup­pen aus dem gesam­ten Hoch­sauer­land­kreis auf­ein­an­der, um ihre Situa­ti­on, mög­li­che Stol­per­stei­ne wie auch Wün­sche mit­ein­an­der zu dis­ku­tie­ren. Und das erfolg­reich!
 
Als die AKIS im HSK – die Arns­ber­ger Kon­takt- und Infor­ma­ti­ons­stel­le für Selbst­hil­fe­grup­pen im HSK – ein­lädt, ist völ­lig offen, ob und wie vie­le Men­schen die­ser Ein­la­dung zum ers­ten Tref­fen ver­schie­dens­ter Selbst­hil­fe­grup­pen fol­gen wer­den – denn schließ­lich sind es anony­me Grup­pen. Doch das Ange­bot wird ger­ne ange­nom­men – rund 40 Men­schen aus dem gan­zen HSK tref­fen nach und nach im Bür­ger­zen­trum ein, um sich mit ande­ren Betrof­fe­nen aus­zu­tau­schen. Anony­me Alko­ho­li­ker (AA) eben­so wie Kreuz­bund-Grup­pen, Al-Anon oder auch Smi­ly-Kids folg­ten der Ein­la­dung. Die Grup­pen kamen sowohl aus Bri­lon, Win­ter­berg, Schmal­len­berg und Hal­len­berg wie auch aus Mesche­de, Arns­berg. Fast der gesam­te Hoch­sauer­land­kreis wur­de auf die­se Wei­se abge­deckt.
 
Los geht es mit einem klei­nen offi­zi­el­len Teil, im Rah­men des­sen sich die AKIS im HSK, der Wen­de­punkt Arns­berg, die Sucht­hil­fe­be­ra­tung der Cari­tas Bri­lon sowie das neue gemein­sa­me Pro­jekt “heim­ge­SUCHT”, zu fin­den unter https://www.arnsberg.de/selbsthilfe/heimgesucht, vor­stel­len. Danach geht es schnell ans Ein­ge­mach­te: Was liegt den Selbst­hil­fe­grup­pen von nah und fern auf dem Her­zen? Was hat sich in den letz­ten Jah­ren ver­än­dert? Wie emp­fin­den die Betrof­fe­nen das Sucht­hil­fe­netz­werk im HSK? Und wel­che Wün­sche gibt es für die Zukunft? An die­sem Abend geht es schlicht­weg dar­um, die ein­zel­nen Selbst­hil­fe­grup­pen ein­mal direkt zu fra­gen, was ihrer Mei­nung nach im HSK gesche­hen muss, um mehr Men­schen Mut zu machen, sie auf­zu­su­chen – oder ob gar nichts geän­dert wer­den soll­te.
 
Die auf­ge­stell­ten Flip­charts fül­len sich rasant mit den ver­schie­dens­ten Anmer­kun­gen. Auf­fal­lend ist ins­ge­samt, dass die Selbst­hil­fe­grup­pen zu altern schei­nen.
 
“Den klas­si­schen Alko­ho­li­ker gibt es heu­te kaum mehr – heu­te spielt die Mehr­fach­ab­hän­gig­keit eine grö­ße­re Rol­le”, erklärt ein Betrof­fe­ner. Gemeint ist, dass es heu­te kaum noch jun­ge Men­schen gibt, die allein dem Alko­hol ver­fal­len sind. Wie an der Geschich­te von “Stel­la“ mit dem Titel „Auge in Auge mit dem Tod“ zu erken­nen ist, sind es oft die ver­meint­lich harm­lo­sen Tablet­ten (Exta­sy) und vie­le wei­te­re syn­the­ti­sche Dro­gen, die ein­ge­nom­men wer­den.
 
Nach rund zwei Stun­den kon­struk­ti­ver Dis­kus­si­on gehen die Besu­cher des ers­ten Sucht-Tref­fens ihre Wege – doch damit soll das The­ma nicht been­det sein. Gewünscht sind regel­mä­ßi­ge Tref­fen, um sich mit ande­ren Selbst­hil­fe­grup­pen aus­zu­tau­schen. Even­tu­ell grün­det sich nach die­ser ers­ten Zusam­men­kunft auch ein Arbeits­kreis, der wei­te­re Ide­en aus­zu­tüf­teln ver­sucht, bei­spiels­wei­se, wie man jun­gen Men­schen den Weg in eine Selbst­hil­fe­grup­pe erleich­tern kann.
 
Fazit: Die AKIS im HSK ver­folgt das The­ma wei­ter. Jetzt wer­den erst ein­mal die Anmer­kun­gen an den Flip­charts aus­ge­wer­tet, bevor es dann an die Pla­nung des wei­te­ren Vor­ge­hens geht. Wei­te­re Aus­kunft erteilt AKIS im HSK unter Tel. 02931/9638–105 oder via E-Mail an selbsthilfe@arnsberg.de.