Ein Stück Natur direkt an der Ruhr: Arbei­ten zur Rena­tu­rie­rung star­ten in Velmede

7. März 2013
von Redaktion
Im Bereich „Hinter Hegershof“ in Velmede haben die Arbeiten zur Renaturierung der Ruhr begonnen. Bildnachweis: Gemeinde Bestwig

Im Bereich „Hin­ter Hegers­hof“ in Vel­me­de haben die Arbei­ten zur Rena­tu­rie­rung der Ruhr begon­nen. Bild­nach­weis: Gemein­de Bestwig

Best­wig Vel­me­de. Noch kön­nen Spa­zier­gän­ger anhand von Mar­kie­run­gen höchs­tens erah­nen, wie es an der Ruhr in Vel­me­de schon in weni­gen Wochen aus­se­hen wird: Wo heu­te ein Bag­ger brummt, wird sich noch im Früh­jahr die Ruhr in meh­re­ren Fluss­ar­men schlän­geln, Fische wer­den über eine „raue Ram­pe“ die Ruhr auf­wärts wan­dern und statt Wie­se Bäu­me und Sträu­cher für Abwechs­lung sor­gen. Die Gemein­de Best­wig gibt einem 200 Meter lan­gen Abschnitt der Ruhr zwi­schen der Wehr­an­la­ge öst­lich der Kar­di­nal-Hengs­bach-Brü­cke sowie der „Holz­brü­cke“ ihr natür­li­ches Gesicht zurück.

Nach dem Ende des Win­ter­wet­ters haben nun die Arbei­ten in die­sem Bereich begon­nen. Zur­zeit berei­tet ein Fach­un­ter­neh­men das Bau­feld vor. Bewuchs wird ent­fernt, der Mut­ter­bo­den in einer „Mie­te“ auf­ge­schich­tet. „Wir wol­len ihn spä­ter für den Bolz­platz nut­zen, der wie­der ein­ge­grünt wird“, so Fried­helm Koch, Umwelt-Inge­nieur der Gemein­de Best­wig. Je nach Wit­te­rung wer­den bereits in der kom­men­der Woche die eigent­li­chen Erd­ar­bei­ten für das neue Fluss­bett star­ten – „wenn uns der Spät­win­ter kei­nen Strich durch die Rech­nung macht.“

Nicht nur die Umwelt, son­dern vor allem die Men­schen sol­len von dem Pro­jekt pro­fi­tie­ren. Die Ruhr wer­de als Wan­der- und Erho­lungs­be­reich in direk­ter Nach­bar­schaft zum Ruhr­tal­Rad­weg wei­ter auf­ge­wer­tet, betont Fried­helm Koch: „Wir wol­len Natur hier für die Leu­te sicht­bar machen.“  Mit Auen­be­rei­chen, meh­re­ren Fluss­ar­men sowie zwei „rau­en Ram­pen“ wer­den die natür­li­chen Abläu­fe eines Mit­tel­ge­birgs-Auen­flus­ses geschaf­fen. Eben­so spielt der vor­beu­gen­de Hoch­was­ser­schutz bei den Pla­nun­gen eine wich­ti­ge Rol­le. Auch Erho­lungs- und Erleb­nis­mög­lich­kei­ten an den Gewäs­sern sol­len ver­bes­sert wer­den – Bür­ger­meis­ter Ralf Péus: „Hier­zu gehört auch eine mög­lichst attrak­ti­ve Gestal­tung des Wohn­um­fel­des der Anwohner.“

Mit der Rena­tu­rie­rung der Ruhr im Bereich „Hin­ter Hegers­hof“ will die Gemein­de Best­wig unter ande­rem die­ses Ziel errei­chen. Von der Kanal­stra­ße ist ent­lang des Ober­gra­bens bereits eine Bau­stel­len­zu­fahrt ein­ge­rich­tet wor­den – Ziel ist es, die­se „Bau­stra­ße“ für einen künf­ti­gen Ver­lauf des Ruhr­tal­rad­wegs zu nut­zen. „Hier kön­nen Rad­fah­rer dann Natur pur erle­ben“, so Fried­helm Koch. Der bis­he­ri­ge Bolz­platz an den „Ruhr­wie­sen“ wird völ­lig neu kon­zi­piert und erhält eine Zaun­an­la­ge. „Ins­be­son­de­re für Kin­der und Jugend­li­che ent­ste­hen so deut­lich ver­bes­ser­te Frei­zeit­mög­lich­kei­ten an die­ser Stel­le“, so Ralf Péus.

Die Gesamt­kos­ten für das Groß-Pro­jekt betra­gen rund 256.000 Euro. 205.120 Euro stam­men aus Lan­des­mit­teln; der Eigen­an­teil der Gemein­de Best­wig wird in Form von so genann­ten „Öko­punk­ten“ gut­ge­schrie­ben, die drin­gend benö­tigt wer­den, um ande­re Bau­maß­nah­men umset­zen zu kön­nen. Je nach Wit­te­rung sol­len die Arbei­ten noch im Früh­jahr fer­tig­ge­stellt werden.

Erfreu­lich sei, dass es zu den bereits abge­schlos­se­nen Rena­tu­rie­rungs-Pro­jek­ten eine nahe­zu aus­schließ­lich posi­ti­ve Reso­nanz aus der Bür­ger­schaft gebe, betont Bür­ger­meis­ter Ralf Péus. Das sei auch bei den jet­zi­gen Arbei­ten das Ziel: „Hier wird ein ech­tes Schmuck­stück entstehen.“