Grün­dung eines Gesprächs­krei­ses für Eltern von Leg­asthe­nie betrof­fe­ner Kinder

1. Oktober 2020
von Redaktion

Infor­ma­ti­ons-Abend Leg­asthe­nie und Dys­kal­ku­lie – Grup­pen­grün­dung in Arns­berg geplant

Arns­berg. In Arns­berg soll sich jetzt auf Initia­ti­ve einer Mut­ter und mit Unter­stüt­zung der Selbst­hil­fe­kon­takt­stel­le AKIS im HSK ein Gesprächs­kreis grün­den, der den Aus­tausch der Eltern von Leg­asthe­nie betrof­fe­ner Kin­der ermög­li­chen soll. Hier­bei ste­hen der Infor­ma­ti­ons­aus­tausch und die gegen­sei­ti­ge Unter­stüt­zung im Vor­der­grund, aber auch das Ziel, Lehrer*innen und Fach­leu­te für das The­ma zu sensibilisieren.
Ers­te Tref­fen Mon­tag 05. Oktober
Das ers­te Tref­fen fin­det unter Beach­tung der Coro­na-Hygie­ne-Schutz­maß­nah­men in Form eines Infor­ma­ti­ons­abends am Mon­tag, den 05. Okto­ber, um 19:30 Uhr im Bür­ger­zen­trum Bahn­hof Arns­berg statt. The­ma des Abends wird der „LRS-Erlass NRW“ sein. Als Refe­ren­tin konn­te Anne­ke Zie­res, Lern­the­ra­peu­tin und Mit­glied im Bun­des­ver­band Leg­asthe­nie und Dys­kal­ku­lie e.V. gewon­nen wer­den. Im Anschluss besteht die Mög­lich­keit zum Aus­tausch und für Diskussion.
Die Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung ist offen für betrof­fe­ne Eltern, Lehrer*innen und alle Inter­es­sier­ten. Da bedingt durch Coro­na die Teil­neh­mer­zahl begrenzt ist, ist eine Anmel­dung bei Petra Gre­ve unter der Num­mer 0175 5207917, per Mail unter p.​greve@​greve-​ewert.​de oder bei der AKIS im HSK, Tel. 02932 201‑2270, Mail: selbsthilfe@​arnsberg.​de unbe­dingt erforderlich.
Hin­ter­grün­de zum Thema:
Mit knapp 6 Jah­ren wur­de Tom ein­ge­schult und freu­te sich wie alle Schul­an­fän­ger dar­auf, end­lich Lesen und Schrei­ben zu ler­nen. Heu­te ist er 14 Jah­re alt und die dama­li­ge Freu­de und Moti­va­ti­on sind kom­plett ins Gegen­teil umge­schla­gen, denn Tom hat Leg­asthe­nie (Lese- und Recht­schreib-Schwie­rig­kei­ten (LRS).
Anfangs lief alles gut, Tom mach­te regel­mä­ßig sei­ne Haus­auf­ga­ben und mit dem Rech­nen hat­te er kei­ner­lei Pro­ble­me. Anders sah es mit dem Lesen aus. Das Behal­ten und Unter­schei­den von Buch­sta­ben berei­te­ten ihm gro­ße Schwie­rig­kei­ten, so dass er nur lang­sam, mono­ton und eher buch­sta­bie­rend lesen konn­te. In den ers­ten bei­den Schul­jah­ren konn­te er die­se noch kom­pen­sie­ren, indem er viel aus­wen­dig lern­te, den­noch stell­ten sei­ne Eltern fest, dass er immer depri­mier­ter und melan­cho­li­scher wur­de. Im drit­ten Schul­jahr bemerk­te dann auch sein Leh­rer, dass Tom immer ange­spann­ter und unkon­zen­trier­ter wur­de und das ers­te Mal kommt der Gedan­ke, dass das Kind eine Lese- Recht­schreib­schwä­che haben könn­te. Mit Hil­fe des schul­psy­cho­lo­gi­schen Diens­tes wur­den eini­ge Tests durch­ge­führt, die ein­deu­tig zeig­ten, dass Tom zwar über­durch­schnitt­lich intel­li­gent ist, aber unter einer LRS lei­det. Durch geziel­te För­de­rung hat Tom dann den Sprung auf das Gym­na­si­um geschafft. Heu­te besucht er die 8. Klas­se, hat aber nach einem Leh­rerwech­sel wie­der ver­stärkt Probleme.
Ein Lagen lang mit der Schwä­che konfrontiert
Men­schen mit einer LRS wer­den ihre Schwä­che nie ganz über­win­den und vor allem in Stress­si­tua­tio­nen immer wie­der mit ihren Schwie­rig­kei­ten kon­fron­tiert wer­den – ein Leben lang. Umso wich­ti­ger ist es, dass sie ler­nen damit umzu­ge­hen und hilf­rei­che Stra­te­gien zu ent­wi­ckeln, aber auch Eltern, Lehrer*innen und Fach­leu­te auf­zu­klä­ren und zu sen­si­bi­li­sie­ren. Aus die­sem Grun­de fin­det Ende Sep­tem­ber auch wie­der der bun­des­wei­te Tag der Leg­asthe­nie und Dys­kal­ku­lie statt, der dar­auf auf­merk­sam machen möch­te, dass für Kin­der mit einer Lese- Recht­schreib- und/​oder Rechen­schwä­che (Dys­kal­ku­lie) noch viel getan wer­den muss. Die­ser Tag soll dabei hel­fen, mehr Bewusst­sein für die Belan­ge der betrof­fe­nen Kin­der und Fami­li­en zu schaf­fen und deut­lich zu machen, dass die Betrof­fe­nen nicht nur Schwä­chen, son­dern auch Stär­ken haben.