Rasen- und Grün­schnitt nicht in der Natur entsorgen

6. April 2020
von Redaktion

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Wohin mit dem Rasen­schnitt? – Jeden­falls nicht auf land­wirt­schaft­lich genutz­te Flächen!”

sagt der Land­wirt­schaft­li­che Kreis­ver­band des HSK

Bring­hö­fe der Abfall­ent­sor­ger sind wegen Coro­na geschlosse

-Alter­na­ti­ven wer­den angeboten

-Land­wir­te bit­ten um Rücksicht

 

Arnsberg/​Hochsauerlandkreis:

Die Bring­hö­fe der Abfall­ent­sor­ger sind der­zeit geschlossen.

Wegen dem Coro­na­vi­rus sind auch die Wert­stoff­bring­hö­fe geschlossen

Grund hier­für sind nach Anga­ben zum Bei­spiel des Wert­stoff­bring­ho­fes in Arns­berg die Ein­hal­tung der Ver­ord­nung des Lan­des NRW zum Schutz vor den Coro­na-Viren: Alle unnö­ti­gen Kon­tak­te mit ande­ren Men­schen sind zu ver­mei­den. Jetzt bit­ten aber die Land­wir­te drin­gend dar­um, Müll nicht in der Natur zu ent­sor­gen. Nicht im Wald und beson­ders nicht auf land­wirt­schaft­li­chen Nutzflächen.

300 Kun­den pro Tag – Abstands­re­geln kön­nen nicht sicher­ge­stellt wer­den – Ver­an­stal­tun­gen abgesagt

Rai­ner Schör­nich, Betriebs­lei­ter Tech­ni­sche Diens­te der Stadt Arnsbge­rg, sieht das Pro­blem auch: „Wir haben 72.000 Kun­den im Jahr, das sind 300 pro Tag, dort kom­men zu vie­le Men­schen zusam­men um die der­zei­ti­gen Abstands­re­ge­lun­gen sicher zu stel­len. Wir haben auch die publi­kums­wirk­sa­men Ver­an­stal­tun­gen wie Pflan­zen­ak­ti­on, Kom­post­wo­che und „Arns­berg putzt mun­ter“ absa­gen müssen.“

Die Schlie­ßung des Bring­hofs stellt die Bür­ger vor Probleme.

Land­wirt­schaft­li­che Flä­chen unter­lie­gen stren­gen Kontrollen

So ent­sor­gen man­che ihren Müll aus der Not in der Natur. Das ist nicht erlaubt und gefähr­lich. Selbst Rasen­schnitt – der in Kür­ze ansteht – hat auf Wie­sen nichts zu suchen, erläu­tert der Land­wirt­schaft­li­che Kreis­ver­band Hoch­sauer­land (WLV): Land­wirt­schaft­li­che Flä­chen unter­lie­gen stren­gen Nähr­stoff­kon­trol­len, gedüng­ter Rasen aus dem Haus­gar­ten bringt die Nähr­stoff­bi­lanz land­wirt­schaft­li­cher Flä­chen – zu deren Ermitt­lung Boden­pro­ben gezo­gen wer­den – durch­ein­an­der. Aber die­se Bilanz muss vom Land­wirt strengs­tens ein­ge­hal­ten werden.

Rasen­schnitt kann das Fut­ter für die Tie­re verderben

Zudem min­dert fri­scher Rasen­schnitt die Fut­ter­qua­li­tät der Gras­si­la­ge und des Heus. Bei der Gras­si­la­ge wird der Silier­pro­zess behin­dert, sodass die Bal­len anfan­gen zu gam­meln. Durch schlech­te Silie­rung oder Trock­nungs­pha­se beim Heu kann fri­scher Rasen­schnitt im gepress­ten Bal­len Schim­mel­spo­ren bil­den, wel­cher zu besag­ter Min­der­qua­li­tät des Fut­ters führt bis hin zu Krank­hei­ten bei den Tieren.

Kom­post­werk Klu­te für Grün­ab­fäl­le geöffnet

Die Abfall­ent­sor­ger haben noch nicht ent­schie­den, ob die Abga­be­stel­len nach dem 19. April wie­der öff­nen wer­den. Schör­nich weist aber dar­auf hin, dass es wenigs­tens für Grün­ab­fäl­le in Arns­berg eine Aus­weich­mög­lich­keit gibt: das Kom­post­werk Klu­te nimmt wei­ter­hin Grün­ab­fäl­le an.