Westdeutsche Zeitung: Kriminalitätsstatistik: Den Druck bekommt Jäger

von Dorfinfo Euro-Press - - Veröffentlicht am 23. 01 2017
Düsseldorf (ots) – Es ist eine unfassbare Geschichte. Ein 16-Jähriger radikalisiert sich, die Schule und verschiedene Behörden haben Kenntnis davon – und die Polizei in Gelsenkirchen macht nichts, als der entscheidende Hinweis auf das Handy-Video mit der Explosion beim Staatsschutz eingeht. Wen schützen die Staatsschützer eigentlich? Die Erklärung, man habe von einem Video mit einem Polenböller – das sind die Knallkörper, vor denen zu Silvester immer wieder gewarnt wird, weil sie gefährlich sind – gehört, ist reichlich dünn. Der Anschlag auf den Sikh-Tempel in Essen wurde definitiv nicht mit einem Polenböller durchgeführt, das war Sprengstoff. Fatal ist die Tatsache, dass mehr Informationen als im Fall Yussuf T. kaum möglich sind, um im Vorfeld einer Straftat einzugreifen. Die Hausdurchsuchung vor Weihnachten war bestimmt kein Zufall. Damals hatte die Polizei dessen PC und Handy mitgenommen – und nichts gefunden? Oder doch etwas übersehen? Die Behörden haben auf jeden Fall mit aufziehenden Problemen gerechnet – um dann im entscheidenden Moment zu versagen. Die Ergebnisse der nun angekündigten internen Aufklärung im Gelsenkirchener Polizeipräsidium werden spannend sein. Auch aus Sicht des obersten Dienstherren, NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD). Wenn es stimmt, dass seine Behörde erst jetzt informiert worden ist, hilft das Jäger politisch herzlich wenig. Der seit den Exzessen in der Kölner Silvesternacht angezählte Minister wird Breitseiten von der Opposition bekommen, im Sinne von “Jäger hat seinen Laden nicht im Griff”. Das ist das politische Getöse. Wirklich problematisch ist es, wenn der Leiter der Realschule, die Yussuf T. besucht hat, sagt, dass man Radikalisierungstendenzen in Schulen überall findet und es eine enge Zusammenarbeit – zum Beispiel seiner Schule – mit den Behörden gibt. Daraus kann man ableiten, dass die bisherigen Angebote nicht ausreichen, um Teenager wie Yussuf T. von ihrem Tun abzuhalten.

Pressekontakt: Westdeutsche Zeitung Nachrichtenredaktion Telefon: 0211/ 8382-2370 redaktion.nachrichten@wz.de www.wz.de

Original-Content von: Westdeutsche Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Print Friendly, PDF & Email
Tags
Permanenter Link zu dieser Meldung:


Unser Angebot kann Beiträge, Texte enthalten die von externen Autoren stammen, auf deren Inhalte wir keinen Einfluss haben. Deshalb können wir für diese fremden Inhalte auch keine Gewähr übernehmen. Für die Inhalte externer Autoren ist stets der jeweilige Autor verantwortlich!




Artikel einreichen


Dorfinfo.de DEIN Sauerland
© Das Copyright liegt beim jeweiligen Autor 2002-2017 - Alle Rechte vorbehalten
barrierefrei - privat - unparteilich - unabhängig - Impressum

google-news-partner Follow Dorfinfo on TwitterDorfinfo bei Facebook

Copyright © Dorfinfo.de