Moderne Bibliotheken profilieren sich als Bildungspartner
Arnsberg (Hochsauerland) Aus den Bibliotheken im Regierungsbezirk werden moderne Kultur- und Bildungseinrichtung. "Um die Büchereien auf ihrem Weg dorthin zu unterstützen, stellt das Land Nordrhein-Westfalen für Modernisierungsarbeiten 291.000 Euro bereit", freut sich Regierungspräsident Helmut Diegel. Weitere 142.000 Euro fließen in den Auf- und Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Öffentlichen Bibliotheken und Bildungseinrichtungen. Etwa 7000 Euro sind für die konzeptionelle Weiterentwicklung und für die Fortbildung des Personals vorgesehen. Macht insgesamt 440.000 Euro.
"Bei den Modernisierungsmaßnahmen spielt insbesondere die Erweiterung und Erneuerung der technischen Ausstattung eine große Rolle", so Irmgard Harmann-Schütz von der Bezirksregierung Arnsberg. So werden die Stadtbibliotheken in Bochum (60.000 Euro), Hattingen (40.000 Euro) und Lippstadt (50.000 Euro) mit der so genannten RFID-Technik (Radio Frequency
Identification) ausgestattet. Dahinter steht ein Selbstbuchungssystem. Die
Stadt- und Landesbibliothek Dortmund (18.340 Euro) und die Stadtbibliothek Iserlohn (6.000 Euro) erweitern ihre technische Ausstattung für EDV-gestützte Lernangebote in der Bibliothek.
In der Stadtbibliothek Hagen (68.720 Euro) wird das veraltete Bibliothekssoftware-Programm gegen ein modernes System ausgetauscht. Neues Bibliotheksmobiliar wird in den Bibliotheken Hamm (55.000 Euro) und Werdohl (24.000 Euro) gefördert. In beiden
Häusern wird der Schwerpunkt auf die Modernisierung der Kinder- und Jugendbereiche gelegt. Von den Fördergeldern zum Auf- und Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Öffentlichen Bibliotheken und Bildungseinrichtungen profitieren Brilon (5.100 Euro), Plettenberg (6.000 Euro) und Meinerzhagen (5.000 Euro). In allen drei Fällen geht es um eine engere Kooperation mit Offenen Ganztagsschulen. "Die Bibliotheken Bergkamen (11.250 Euro) und Schwelm (6.000 Euro) legen ihren Schwerpunkt auf Lernangebote für Familien mit Migrationshintergrund", so Harmann-Schütz. Sie setzen ihre interkulturellen Bibliotheksangebote in der Kooperation mit Kindergärten, Kindertagesstätten, Schulen, der Volkshochschule und der RAA (Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus
Zuwandererfamilien) um.
Im Kreis Siegen haben sich die Bibliotheken Neunkirchen, Hilchenbach und Wilnsdorf (zusammen 10.200 Euro) zusammengeschlossen, um gemeinsam Angebote zur Förderung der Lese-, Medien- und Informationskompetenz von Kindern und Jugendlichen zu entwickeln und zu verbreiten. Das Thema Vernetzung ist ebenfalls Thema eines Projekts der Stadtbibliothek Siegen (17.610 Euro). Im Rahmen der kommunalen Medienentwicklungsplanung wird dort sowohl die Zusammenarbeit der Stadtbibliothek mit den diversen Schulbibliotheken gefördert als auch der Ausbau des Schülercenters in der Stadtbibliothek.
Die Stadtbibliothek Lüdenscheid (21.000 Euro) stellt eine Kooperation mit der Musikschule auf die Beine. Unter dem Motto "Such mal Selbst! - SMS -Schule.Musik.Stadtbücherei" lädt die Bücherei zum selbstständigen Lernen ein; und dies nicht nur während der Schulzeit. Mit dem Förderprojekt "ferien@stadtbücherei" sollen die Jugendlichen auch während der Ferien mit einem attraktiven Freizeit- und Bildungsprogramm für die Bibliothek begeistert werden.
Mit der Schulung des selbstständigen Lernens beschäftigt sich die Stadtbibliothek Unna (5.400 Euro). Bibliothek und Volkshochschule - beide im ZIB (Zentrum für Information und Bildung) untergebracht - nutzen gemeinsame Räume und Konzepte zur Literatur- und Internetrecherche.
In die Zukunft schauen die Stadtbibliotheken Ennepetal (5.000 Euro) und Werne (9.600 Euro), indem Sie ihre Bibliotheken verstärkt als "Mehrgenerationenhaus" ausbauen. Mit Hinblick auf die demographische Entwicklung werden hier spezielle Bibliotheksangebote eingerichtet, die das gemeinsame Lesen, Lernen und Leben der jüngeren und älteren Generationen befördern sollen.
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