NRZ: Jede Frau braucht ein Gesicht – ein Kommentar von CORNELIA FÄRBER

von Dorfinfo Euro-Press - - Veröffentlicht am 23. 01 2017
Essen (ots) – Ist dieses schwarze oder blaue Stück Stoff – ob es nun „Burka“ oder „Niqab“ heißt – tatsächlich die Auseinandersetzung wert, wie sie innerhalb der CDU, aber auch quer durch unsere Gesellschaft geführt wird? Zumal die Zahl der betroffenen Frauen in Deutschland vergleichsweise gering ist? Ja. Unbedingt. Streiten wir also um das „Stück Stoff“, von dem die einen meinen, es als Ausdruck von Religionsfreiheit dulden zu müssen. Und von dem andere glauben, es verstoße massiv gegen Frauenrechte und habe in unserer offenen Gesellschaft nichts zu suchen. Vielleicht hilft es, den Ganzkörperschleier einen Praxistest zu unterziehen, hier bei uns, denn darum geht es ja. Können komplett verschleierte Frauen Auto fahren? Im Café einen Kaffee trinken, in ein Restaurant essen gehen? Gefahrlos in einen Bus oder die Straßenbahn einsteigen? Ihr ausgebüxtes Kind einfangen oder ihm auf dem Spielplatz auf ein Klettergerüst helfen? Fahrrad fahren? Sport treiben? Mit der Lehrerin über die Fünf in Mathe des Sohnes verhandeln oder darüber, dass es sonstwelche Probleme gibt? Einen Pass beantragen oder sich ummelden? Einkaufen? Zum Arzt gehen? Geht das alles, mit Tunnelblick unter schwerem Tuch, ohne sich ins Gesicht oder gar in die Augen sehen zu können, ohne Gestik und Mimik zu nutzen und zu deuten – schlicht – ohne zu kommunizieren? Nein. Dabei sind wir uns doch eigentlich alle einig, dass die Integration von Flüchtlingen und Migranten vor allem über die Sprache und das Miteinander gelingt – einander im Alltag kennen, verstehen und annehmen lernen. Doch wer das will, der muss geradezu zwangsläufig auch für ein Verbot des unseligen Schleiers sein, der das alles verhindert. Im Moment scheint ein Burkaverbot hierzulande nicht durchsetzbar. Leider. Führende Politiker (allesamt Männer) und selbst der Bundespräsident zucken zurück vor juristischen Konsequenzen, fürchten Probleme bei der Durchsetzung oder wollen nicht in die populistische Ecke gedrängt werden. Doch diese Vorbehalte sollten uns nicht davor bewahren, diese „Stück Stoff“ als das anzusehen, was es in Wirklichkeit ist: kein religiöses Bekenntnis nämlich, das können strenggläubige Muslima auch hier längst mit Kopftuch und Kleiderordnung demonstrieren. Sondern ein Frauenknast zum Mitnehmen, der seinen Ursprung hat im Steinzeit-Islamismus und nichts weiter im Sinn, als aus Frauen gesichts-, identitäts- und stimmlos umherhuschende Wesen zu machen.

Pressekontakt: Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung Redaktion Telefon: 0201/8042616

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