Naturpark Diemelsee & Sauerland Rothaargebirge: Kooperation über die Landesgrenzen hinaus

von Hans-Cramer - - Veröffentlicht am 11. 10 2017

Gemeinsames Projekt der Naturparke Diemelsee und Sauerland Rothaargebirge soll Heidelandschaft bewahren

Foto: W.Schubert, Biologische Station HSK.
Die Heidelandschaft im Rothaargebirge: Ein Bundesland-übergreifendes Projekt zwischenden
Naturparken Sauerland Rothaargebirge und Diemelsee soll helfen, den Rückgang an Bergheideflächen
in der Region zu stoppen.

„Bergheiden im Rothaargebirge“: Unter diesem Motto startet der Naturpark Diemelsee
in Kooperation mit dem Naturpark Sauerland Rothaargebirge ein gemeinsames Projekt
zur Pflege und Wiederherstellung von Bergheiden und Borstgrasrasen. In Zusammenarbeit
mit der Biologischen Station HSK und der Universität Osnabrück sollen diese, für
das Sauerland so charakteristischen, Lebensräume nicht nur erhalten, sondern sogar
weiterentwickelt werden. Der offizielle Startschuss findet am Freitag, 27. Oktober, im
Rahmen einer großen Auftaktveranstaltung im Besucherzentrum Willingen statt. Dort
werden neben Fachvorträgen zum Thema auch Erfahrungsberichte vorgestellt. Während
einer anschließenden Exkursion haben die Teilnehmer die Möglichkeit, den aktuellen
Zustand der Heidelandschaft vor Ort zu begutachten.
Denn längst sind die Heidenbestände im Sauerland und Upland nicht mehr in den Größen vorhanden,
wie sie es noch vor 100 Jahren waren. So schrieb der Assinghäuser Dichter F.W.
Grimme in seinen Anekdoten über die Region, wie er einst zu Fuß vom oberen Ruhrtal über
die Höhenlagen bis nach Düdinghausen ausschließlich durch Heidelandschaft wanderte. Heute
sind nur noch Fragmente dieser Landschaft vorhanden. Hochheiden und Borstgrasrasen sind
europaweit geschützte Lebensräume und seit Mitte des 19. Jahrhunderts selten geworden. Es
war das menschliche Handeln, welches in der Vergangenheit zu der Ausbreitung von groß-
räumigen Heideflächen führte und leider, durch Nutzungsaufgabe und Aufforstung auch für
dessen Verschwinden sorgte. Heidevegetation ist für den dauerhaften Erhalt auf eine regelmäßige
Nutzung angewiesen- eine wahre Kulturlandschaft eben.
Aus diesem Grund haben es sich der Naturpark Diemelsee in Kooperation mit dem Naturpark
Sauerland Rothaargebirge in einem gemeinsamen Projekt zum Ziel gemacht, den weiteren
Rückgang an Bergheideflächen zu stoppen, den Zustand der verbliebenen Flächen zu verbessern
und den Erhalt der montanen Zwergstrauchheiden im Projektgebiet auch zukünftig zu
sichern. Ist die Region doch ein Refugium für eine breitgefächerte Flora mit Kleinstraucharten
wie Blaubeere, Preiselbeere und Besenheide. Aber nicht nur seltene Pflanzen haben in den
Heideflächen im Sauerland und Upland ihr zu Hause. Auch eine bemerkenswerte Anzahl von
Tieren und vor allem Vogelarten wie etwa die Heidelerche, der Neuntöter oder der Wiesenpieper
sind hier beheimatet – die Region ist somit ein „Hotspot“ der biologischen Vielfalt.
Neben Maßnahmen und Management steht bei der Projektarbeit jedoch vor allem der Forschungsaspekt
im Fokus. Wie reagiert die Hochheide auf den Klimawandel und welche Erhaltungsmaßnahmen
lassen sich hierzu langfristig umsetzen? Dieser und weiteren Fragen soll im
vier- fünfjährigen Projektzeitraum nachgegangen werden Dafür ist die Kooperation mit den
Akteuren vor Ort ein wegweisender Schritt. Zugleich handelt es sich um ein grenzübergreifen-
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des Projekt an der hessisch-westfälischen Landesgrenze, das durch die Deutsche Bundesstiftung
Umwelt sowie die Bundesländer Hessen und Nordrhein-Westfalen gefördert wird.
Anmeldungen zur Tagung werden bis zum 25.10.17 von der Biologische Station Hochsauerlandkreis
entgegengenommen: Tel.: 02961/98913-06 oder per e-mail unter
b.wrede@biostation-hsk.de

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